Wer im Kreis Borken bauen will (hier ein Archivbild aus Velen), der muss immer tiefer die Tasche greifen, um ein Grundstück zu ergattern. Im Vorjahr sind die Preise für Baugrundstücke um fünf Prozent gestiegen. Die Preise für Äcker kletterten auf ein Rekordniveau. © Josef Barnekamp
Zahlen für 2020

Grundstücksmarktbericht: Grundstückspreise steigen im Kreis Borken weiter

Die Preise für landwirtschaftliche Flächen haben in Teilen des Kreises Borken einen historischen Höchststand erreicht. Auch Baugrundstücke sind im Kreis um rund fünf Prozent teurer geworden.

Die Preise für landwirtschaftliche Flächen haben in Teilen des Kreises Borken einen historischen Höchststand erreicht: Wer im Raum Gronau einen Acker kaufen will, der musste im Vorjahr durchschnittlich 13,50 Euro pro Quadratmeter bezahlen.

Kreisweit sind die Preise für solche Flächen im Vorjahr um acht Prozent auf 11,28 Euro gestiegen. Mit Ausnahme von Isselburg und Reken sei in keiner Kommunen ein Stückchen Acker für unter zehn Euro/m² zu haben, so der Kreis gestern in einer Mitteilung zum Grundstücksmarktbericht 2020.

Pandemie betrifft Entwicklung der Grundstückspreise nicht

Wie der Gutachterausschuss für Grundstückswerte mitteilt, habe man anhand von rund 3500 Verträgen mit einem Volumen von einer Milliarde Euro die regionalen Immobilien- und Grundstückpreise ermittelt. Eine Einschränkung des Grundstücksmarktes durch die Coronavirus-Pandemie habe man dabei nicht festgestellt.

Nicht ganz so stark wie bei den landwirtschaftlichen Flächen, aber immerhin noch um fünf Prozent höher als im Vorjahr, lagen die Preise für Baugrundstücke. Kosteten diese 2019 noch kreisweit durchschnittlich 158 Euro pro Quadratmeter, so waren es im Vorjahr schon 166 Euro/m². Untersucht haben die Gutachter dabei 430 Kaufverträge.

Entwicklung in den Kommunen durchaus unterschiedlich

In den einzelnen Kommunen sah die Entwicklung so aus: So mussten die Richtwerte in Epe und Borken mit Gemen um etwa 25 Euro angehoben werden. In Nienborg stieg das Bodenwertniveau um rund 20 Euro. In Gronau stieg es um 15 Euro und in Heek, Hochmoor, Oeding, Raesfeld und Velen um etwa zehn Euro pro Quadratmeter. Während in Stadtlohn noch fünf Euro pro Quadratmeter hinzukamen, blieb das Niveau in Ahaus, Vreden, Schöppingen, Legden, Gescher, Heiden, Isselburg, Reken und Rhede unverändert gegenüber dem Vorjahr. Der höchste Preisanstieg wurde in Nienborg mit plus 21 Prozent festgestellt, gefolgt von Epe mit 13 Prozent.

Weiter steigende Preise meldet der Ausschuss auch bei den Ein- und Zweifamilienhäusern. So kostete ein durchschnittlich 32 Jahre altes Ein-/Zweifamilienhaus auf einem 595 Quadratmeter großen Grundstück mit 151 Quadratmetern Wohnfläche im vergangenen Jahr durchschnittlich 304.000 Euro. 2019 waren es noch 278.000 Euro.

Trend bei Wohneigentum setzt sich fort

Ein Einfamilienhaus, das nach 2010 errichtet wurde, kostete im letzten Jahr im Schnitt rund 400.000 Euro. Im Vorjahr waren es noch 353.000 Euro. Dieser Trend setzte sich auch bei Doppelhaushälften und Eigentumswohnungen fort.

Den Bericht gibt es in Kürze zum Download unter www.boris.nrw.de.

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