Um Kindergärten und die Tagespflege geht es beim Jugendhilfeausschuss unter anderem. © OKSANA SHUFRYCH
Jugendhilfeausschuss

Kosten steigen: 57,9 Millionen Euro hat der Kreis für „Jugend und Familie“ ausgegeben

Der Bereich „Jugend um Familie“ kostet die Kreispolitik in diesem Jahr noch einmal mehr Geld. Der Jugendhilfeausschuss tagt am 2. September aber auch zum Thema Kindeswohl- und Sicherheit.

Mehr Kinder, mehr Aufgaben – und auch mehr Ausgaben: Unter diesem Motto lässt sich die Entwicklung im Fachbereich Jugend und Familie zusammenfassen. Thema ist sie am Donnerstag, 2. September, im Jugendhilfeausschuss des Kreises. Mit diesem Ausschuss startet die Kreispolitik nach der Sommerpause wieder den Sitzungsreigen

Wie der Geschäftsstatistik zu entnehmen ist, lässt sich die Entwicklung im Fachbereich schon an den Ausgaben ablesen: Lagen die Ausgaben im Bereich „Jugend und Familie“ vor fünf Jahren noch bei 39,6 Millionen Euro, so waren es 2020 schon 57,9 Millionen Euro.

Hälfte für Kitas und Tagespflege

Gut die Hälfte der Ausgaben flossen dabei zuletzt in den Bereich Kitas und Tagespflege. Im Jahresdurchschnitt kümmerte sich der Kreis dabei um rund 7000 Kinder in den Kitas und rund 680 Kinder, die ein Angebot der Tagespflege nutzen. Zuständig ist das Kreisjugendamt dabei für alle Städte und Gemeinden im Kreisgebiet mit Ausnahme von Ahaus, Bocholt, Borken und Gronau, die ein eigenes Jugendamt unterhalten.

Zweitgrößter Brocken im Budget waren die Hilfen außerhalb der Familien mit 12,6 Millionen Euro. Größere Ausgabeposten sind zudem unter anderem die familienunterstützende Hilfen (fünf Millionen Euro) und die Beratungsangebote für Familien. (rund 1,4 Millionen Euro).

Moderate Entwicklung

Bei den finanziellen Hilfen zur Erziehung zeige sich eine „moderate Entwicklung auf hohem Niveau“, heißt es. Im Jahresdurchschnitt betreue man rund 1000 solcher Fälle, wobei man davon ausgeht, dass die Corona-Pandemie zu „zusätzlichen Belastungen für die Familien und zu einem umfangreicheren oder längeren Hilfebedarf“ führen werde.

Deutlich gestiegen ist in den zurückliegenden Jahren die Zahl der Eingliederungshilfen bei einer drohenden seelischen Behinderung von jungen Menschen und deren Familien. Mit rund 140 Fällen habe es hier rund doppelt so viele Fälle gegeben wie noch vor fünf Jahren.

Mehr Kinder gefährdet

Eine Zunahme gab es auch bei den Hinweisen auf Kindeswohlgefährdungen, Das, so betonen die Mitarbeiter, gehe allerdings nicht mit einer Zunahme bei den letztlich auch festgestellten Kindeswohlgefährdungen einher, deren Zahl zu den Vorjahren nicht auffällig sei. Nach Angaben des statistischen Landesamtes IT NRW lag diese Zahl im Vorjahr bei 164. Das waren zwar 30 mehr als im Jahr zuvor, aber weniger als etwa 2017 (173 Fälle) oder 2016 (233).

Dass so viele besorgte Anrufer sich beim Jugendamt meldeten, wertet der Fachbereich als „gute Signal für den Kinderschutz“.

Die Sitzung der Jugendhilfeausschuss beginnt am Donnerstag (2. September) um 17 Uhr im „Jugendcampus“ in Vreden (Schabecke 42).

Der neue Lokalsport-Newsletter für Haltern

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Halterner Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.