Der Kreis Borken lässt „Impfmobile“ – zwei ehemalige Krankentransportwagen des Rettungsdienstes – durchs Kreisgebiet touren. Dafür werben hier (von links) unter anderem Landrat Dr. Kai Zwicker, Katharina Schroer als Leiterin der Koordinierenden Covid-Impfeinheit (KoCI), deren Stellvertreterin Christina Konicek sowie Impfarzt Jens Eisenack. © Kreis Borken
Coronavirus

Kreis Borken setzt auf Impfmobile statt auf ein Impfzentrum

Der Kreis Borken setzt weiter auf seine Impfmobile, die seit Mitte Oktober die Kommunen im Kreisgebiet besuchen. Das seien „erfolgreiche Impfaktionen“, sagt Dr. Elisabeth Schwenzow als zuständige Kreisdezernentin. „Es wird nonstop weitergeimpft.“

Seit dem 14. Oktober wurden nach Angaben des Kreises auf diese Weise 2384 Bürger gegen das Coronavirus geimpft, die sonst möglicherweise nicht erreicht worden wären.

Von einem Boostern – einer Impfauffrischung – für alle hält Schwenzow auf Anfrage derzeit nichts: Das gebe schon die sogenannte Erlasslage des Landes Nordrhein-Westfalen nicht her. „Deshalb werden wir nicht offensiv auf die Bevölkerung zugehen“, erklärt Schwenzow. Sollte es dennoch anders kommen – wie so häufig in dieser Pandemie – „wären wir gut vorbereitet“, sagt die Dezernentin.

In der vergangenen Woche habe der Kreis seinen 90-jährigen und älteren Bürgern schriftlich ein Angebot zur Drittimpfung gemacht, berichtet Schwenzow. In dieser Woche folge die Ü-80- und nächste Woche die Ü-70-Altersgruppe – alles in allem 54.000 Personen. Mit Folgeimpfungen in Senioreneinrichtungen sei der Kreis fast durch; jetzt folgten andere Gruppen, wie zum Beispiel Bürger in der Eingliederungshilfe, die zuvor im Februar/März geimpft worden waren.

Impfzentrum in Velen ist abgebaut

Von dem Vorschlag, Impfzentren fürs Boostern wieder in Betrieb zu nehmen, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dies gefordert hat, hält die Expertin aus dem Kreishaus nichts. Das habe „nicht wirklich Sinn“, sagt sie. Wie berichtet, ist das Impfzentrum in Velen nach der zum 30. September verordneten Schließung vollständig abgebaut worden; der Interkommunale Bauhof des Kreises und der Stadt Gescher ist inzwischen in die dortigen Hallen zurückgekehrt. Der laufende Betrieb kostete monatlich 200.000 Euro, die Bund und Land getragen haben.

Wer gleichwohl in Absprache mit seinem Hausarzt eine erneute Impfung haben wolle und vor dem Impfmobil in der Schlange stehe, „dem verwehren wir das natürlich nicht“, sagt Schwenzow. Dieses Angebot hat sich herumgesprochen: Von 735 Impfungen, die in der vergangenen Woche in Raesfeld, Heek, Borken und Bocholt vorgenommen worden sind, waren bereits 317 Drittimpfungen.

Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL), in der Region für Impfungen verantwortlich, hat sich über Diskussionen zur Wiedereröffnung von Impfzentren verärgert gezeigt: Die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko) würden „konterkariert“. Die KVWL-Ärzte hätten längst mit dem Drittimpfen begonnen. Sie „legen ein beachtliches Tempo vor“, stellte der Vorstand fest, dem auch der Legdener Mediziner Dr. Volker Schrage angehört.

„Man tut gut daran, stringent den Empfehlungen der Stiko zu folgen“

In der vergangenen Woche seien in Westfalen-Lippe rund 46.000 Auffrischungsimpfungen erfolgt, eine Woche zuvor rund 26.000. Vorstandsvize Volker Schrage betonte: „Man tut gut daran, stringent den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission zu folgen, um ein klares, gezieltes Vorgehen beizubehalten.“

Die Impfquote des Kreises Borken lag am Mittwoch nach dessen Angaben bei 75,0 Prozent und umfasste damit drei Viertel der hiesigen Bevölkerung. Laut Statistik sind 278.953 Menschen im Kreisgebiet vollständig geimpft. Das sind gut acht Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt und zugleich ein Spitzenwert im Münsterland. „Wir verzeichnen auch eine hohe Impfbereitschaft bei Jüngeren und haben hohe Anteile in der Gruppe der 12- bis 18-Jährigen“, betont Dr. Elisabeth Schwenzow.

Weitere Infos zu den mobilen Impfungen gibt es hier.

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