An vielen Berufskollegs wie hier am Berufskolleg am Wasserturm in Bocholt setzt man darauf, quer- und stoßzulüften. Die SPD im Kreistag Borken hofft darauf, dass Verwaltung und Kreistagsmehrheit nun angesichts steigender Infektionszahlen „einsehen, dass gehandelt werden muss“. © Sven Betz
Coronaschutz

Neuer Anlauf: SPD will Lüfter für alle Kreisschulen

Die Kreistagsfraktion der SPD unternimmt einen neuen Anlauf mit neuem Antrag – und verweist unter anderem darauf, dass sich selbst CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet dafür einsetze, „dass möglichst viele Luftfilter in den Schulen stehen“.

Die SPD-Kreistagsfraktion unternimmt einen zweiten Anlauf, um die kreiseigenen Berufskollegs mit Luftfilteranlagen ausstatten zu lassen. Nachdem Ende vergangenen Jahres ein Antrag der SPD auf Bereitstellung von 300.000 Euro für mobile Lüfter an der Kreistagsmehrheit gescheitert war, hoffen die Sozialdemokraten, dass Verwaltung und Kreistagsmehrheit nun auch angesichts wieder steigender Corona-Zahlen „einsehen, dass gehandelt werden muss“, wie es im SPD-Antrag heißt. Das Thema steht auf der Tagesordnung des Kreisausschusses für Bildung und Schule am kommenden Dienstag, 7. September, ab 17 Uhr im Kreishaus.

„Präsenzunterricht hat absolute Priorität“

Man erneuere den Antrag aus dem Vorjahr, weil der „Präsenzunterricht absolute Priorität“ habe, heißt es. Die Sozialdemokraten verweisen auch darauf, dass sich selbst CDU-Ministerpräsident und Kanzlerkandidat Armin Laschet dafür einsetze, „dass möglichst viele Luftfilter in den Schulen stehen.“ Auch habe das Umweltbundesamt seine zunächst ablehnende Haltung gegenüber solchen Filtern aufgegeben.

Der SPD zufolge sind solche Filteranlagen auch vor dem Hintergrund notwendig, dass es trotz einer insgesamt hohen Impfbereitschaft im Kreis Borken noch Gruppen gibt, die sich nicht impfen lassen können. Dazu gehörten beispielsweise auch die rund zwölf Prozent der Kreisbewohner, die jünger als zwölf Jahre seien. Laut dem Antrag sollte die Anschaffung ungeachtet einer möglichen finanziellen Förderung von Bund und Land erfolgen.

470 Räume in den Kollegs des Kreises

Wie die Kreisverwaltung in einem Sachstandsbericht schreibt, der den Sitzungsunterlagen beigefügt ist, halte man wenig von einer „generellen, standardisierten Lösung für die Belüftung aller Unterrichtsräume.“ In dem Bericht verweist der Kreis darauf, dass er in seinen Förderschulen und Berufskollegs rund 470 Räume habe, davon 400 in den Kollegs. Fast alle Räume ließen sich über Fenster gut quer- und stoßlüften.

In Räumen, die nicht ausreichend zu lüften seien, habe man verschiedene Typen von Luftreinigungsgeräten ausprobiert, in einem Berufskolleg auch zusätzliche Ventilatoren eingebaut. Gut angekommen seien bei den Lehrern CO2-Ampeln, die zeigen, wenn „dicke Luft“ im Klassenraum herrscht. Im Übrigen beruft sich die Kreisverwaltung auf eine Stellungnahme des Umweltbundesamtes, die besagt, dass für Räume der Kategorie 1 (zu denen laut Kreisverwaltung die allermeisten Räume in den Kollegs und Förderschulen gehören) Luftreinigungsgeräte „nicht notwendig“ seien. In einigen Bereichen wie der Neumühlenschule in Borken und der Brüder-Grimm-Schule seien UVC-Luftreiniger probeweise angeschafft worden.

Das Thema Luftreiniger hat seit Pandemiebeginn nicht nur die Kreispolitik, sondern auch die Stadt- und Gemeinderäte beschäftigt. Während einige Kommunen wie Stadtlohn ihre Schulen mit solchen Geräten ausgestattet haben, setzen andere, wie etwa Reken und Legden, auf Lüfter, die in Fenster eingebaut sind. Andere Kommunen im Kreisgebiet wollen Geräte anschaffen, falls Bund und Land das fördern.

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