Für Winterswijk und die gesamte Grenzregion hat eine „neue Zeitrechnung“ begonnen: Am Donnerstag wurde das Grensland College feierlich und prominent eröffnet. Künftig können hier Talente für die Region gefördert werden. © Horst Andresen

Talente für die Region fördern im Grensland College in Winterswijk

Für Winterswijk und die gesamte Grenzregion hat eine „neue Zeitrechnung“ begonnen: Am Donnerstag wurde das Grensland College feierlich und prominent eröffnet. Künftig können hier Talente für die Region gefördert werden.

Vera Nabelman (26) könnte auch mit der Fietse zu ihrer neuen Hochschule fahren. Die Studentin wohnt in Aalten und ist seit Donnerstag eine von 14 Studierenden im frisch renovierten ehemaligen Winterswijker Rathaus im Fach Management. „In zwei Jahren habe ich mein Diplom und suche mir dann einen Job in der Modebranche.“

Dass Studenten zur Uni oder Fachhochschule radeln, ist nicht neu. Vera Nabelman allerdings ist die Erste, die im neuen Grensland College studiert. Es wurde am Donnerstagnachmittag feierlich und prominent eröffnet. Ingrid van Engelshoven, niederländische Ministerin für Bildung, Kultur und Wissenschaft, durchschnitt ein Eröffnungsband aus Seide im Beisein von Silke Sommers, stellvertretende Landrätin des Kreises Borken.

Talente angesichts weiter fehlenden Fachpersonals in der Region halten, statt sie in entfernte Studienstädte möglicherweise auf Nimmerwiedersehen ziehen zu lassen – das steht hinter allem. Das Grensland College ist eine neue Initiative, die durch die Zusammenarbeit zwischen Bildung, Wirtschaft und Politik im Achterhoek ermöglicht wurde. Es erinnert stark an das duale Studium, wie es seit Jahren an der Westfälischen Hochschule in Bocholt angeboten wird.

Eine „neue Zeitrechnung für Winterswijk“

Ministerin Ingrid van Engelshoven eröffnete vor 80 Gästen feierlich vor dem Rathaus diese „einzigartige grenzüberschreitende Bildungsplattform für praxisorientierte Hochschulbildung“. Van Engelshoven: „Mit dem Grensland College werden Chancen sowohl für die Ausbildung als auch für die Wirtschaft gemeinsam mit Arbeitgebern besonders innovativ und kreativ gestaltet.“ Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit stelle sicher, dass „ein Bedarf auf beiden Seiten der Grenze gedeckt wird. Schön, dass Studierende und die Wirtschaft davon profitieren können.“

Silke Sommers bestellte für den Kreis „Grüße und Glückwünsche“. Mit der Eröffnung beginne eine „neue Zeitrechnung für Winterswijk und die gesamte Grenzregion“. Sie begrüßte, dass das „völlig neue Angebot Grenzen überschreitet“. Sommers verdeutlichte jedoch auch, dass in vielerlei Bereichen Grenzen weiterhin bestünden – in Praxisausbildung und Akademisierung, in Präsenz- und Online-Unterreicht, in Bildungseinrichtungen in Achterhoek und Twente mit Wirtschaftspartnern sowie in deutschen Berufskollegs und Hochschulen.

Sommers: „Sie gehen neue Wege. Und das ist gut und richtig.“ Nur durch Innovationen und Kooperationen „zum beiderseitigen Vorteil bleibt unser Grenzraum zukunftsfähig“.

Joris Bengevoord, Bürgermeister von Winterswijk und (Rat-)Hausherr, sieht „große Vorteile“ für die gesamte Grenzregion: „So werden im Kreis Borken und Achterhoek Grenzen und Schwellen buchstäblich und im übertragenen Sinne aufgehoben.“ Und Vera Nabelman strahlte vor dem Gang durch den Bogen bunter Luftballons ins neue Studienzentrum mit Offiziellen und der Sonne am Spätsommertag um die Wette: „Das ist echt schön, wenn mir sogar eine Ministerin zum Start alles Gute wünscht.“

Zweijährige praxisorientierte Hochschulstudiengänge

Auf Initiative des Graafschap Colleges mit Sitz in Doetinchem werden gemeinsam mit der Hogeschool van Arnhem en Nijmegen (HAN) und der Hochschule Saxion Enschede zweijährige praxisorientierte Hochschulstudiengänge („Associate Degree“) entwickelt, die sich an Wünschen und Bedürfnissen des euregionalen Arbeitsmarktes orientieren sollen. Das Bildungsangebot richtet sich an niederländische und deutsche Studierende und Arbeitnehmer.

Neben dem Fach Management wird auch Technik angeboten. Auch ein handwerklicher Zweig sei in Planung, hieß es in Winterswijk. Laut Graafschap College betragen die Studiengebühren 1084 Euro im Jahr 2021/22; mit einem Coronabonus können sie auf die Hälfte (542 Euro) reduziert werden.

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