Vor dem Landgericht Münster muss sich ein Bocholter wegen Betrugs verantworten. Zusammen mit zwei Komplizen soll er 1,5 Millionen Euro von älteren Menschen erschwindelt haben. © Ludwig van der Linde
Strafprozess

Trio soll 1,5 Millionen Euro von älteren Menschen erschwindelt haben

Drei Betrüger sollen Senioren in NRW um 1,5 Millionen Euro Altersvorsorge betrogen haben. Der Hauptangeklagte ist ein Bocholter. Am 1. Juni will das Landgericht Münster ein Urteil fällen.

Im Prozess gegen ein Trio, das vor allem ältere Menschen in Nordrhein-Westfalen um ihre Altersvorsorge betrogen haben soll, hat die 11. Große Spruchkammer des Landgerichts Münster drei weitere Verhandlungstage festgesetzt. Demnach wird das Urteil nicht, wie ursprünglich geplant, am 6. Mai verkündet, sondern erst am Dienstag, 1. Juni.

Hauptangeklagter ist ein 54-jähriger Bocholter, der die Taten größtenteils bereits am zweiten Prozesstag eingeräumt hat. Mit ihm müssen sich ein 54-jähriger Dülmener und ein 53-jähriger Rechtsanwalt aus Hünxe vor Gericht verantworten.

1,5 Millionen Euro erschwindelt?

Laut Anklageschrift soll das Trio in der Zeit von Oktober 2015 bis Juli 2020 Versicherungsnehmer aus Warendorf, Coesfeld, Dülmen und anderen Orten in NRW um rund 1,5 Millionen Euro betrogen haben. Das Versprechen, die Lebens- oder Rentenversicherungen zu optimieren, diente den drei Angeklagten dabei als Vorwand, um an die Versicherungsprämien zu kommen, indem die Verträge gekündigt wurden. Das Geld floss auf Konten von Firmen, die der Bocholter laut Anklage nur für diesen Zweck gegründet hatte.

Der Rechtsanwalt zog sich 2018 aus den Geschäften zurück, nachdem gegen ihn Ermittlungsverfahren eingeleitet worden waren. Während er nach wie vor auf freiem Fuß ist, sitzen der Bocholter und der Dülmener seit dem 22. September letzten Jahres in Untersuchungshaft.

Mutmaßliche Opfer sagen als Zeugen aus

Der Prozess, der am 8. März begann, wird am Mittwoch, 14. April, mit dem fünften Verhandlungstag fortgesetzt. Insgesamt hat die Spruchkammer jetzt 14 Verhandlungstage terminiert. „Die kommenden Prozesstage werden alle ähnlich ablaufen“, kündigte Dr. Steffen Vahlhaus, Pressesprecher des Landgerichts Münster, auf Anfrage an. Die Kammer habe insgesamt 67 Fälle aufzuklären. Zu jeder einzelnen Tat werde sie nach und nach ein bis zwei Zeugen laden. Bei den Zeugen handele es sich um die mutmaßlichen Opfer.

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