Schockanrufe sollen zum Zahlen bewegen – Telefonbetrüger haben verschiedene Maschen

Telefonbetrug

Die einen Betrüger geben am Telefon vor, dass ein Verwandter einen schweren Verkehrsunfall verursacht habe und eine Kaution brauche. Die anderen, dass es Sicherheitsprobleme mit dem Bankkonto gebe. Die Polizei warnt.

Kreis Borken

09.02.2021, 17:16 Uhr / Lesedauer: 2 min
Vor allem ältere Menschen können schnell Opfer von Telefonbetrug werden.

Vor allem ältere Menschen können schnell Opfer von Telefonbetrug werden. © dpa

Betrüger sind am Dienstag im Raum Bocholt mehrere Menschen mit Schockanrufen angegangen. Die Masche der Betrüger: Sie geben vor, dass ein naher Angehöriger einen schweren Verkehrsunfall verursacht habe und nun dringend Geld für eine Kaution brauche. Die heimtückischen Täter erzeugen ein bedrohliches und emotional belastendes Szenario - so gelingt es ihnen in einzelnen Fällen, die Opfer von der vermeintlichen Authentizität ihres Anrufs zu überzeugen.

Betrugsmaschen zielen vor allem auf Senioren

Polizeibeamte konnten in Bocholt gemeinsam mit den Verantwortlichen einer Bank eine entsprechende Zahlung noch verhindern: Die Täter hatten den Betroffenen glauben gemacht, seine Tochter habe einen tödlichen Verkehrsunfall versursacht und sei selbst schwer verletzt.

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Die Polizei erneuert ihre Warnung vor derartigen Betrugsmaschen, mit der die Täter vor allem auf Senioren zielen. Angehörige, Freunde oder Bekannte sollten mit älteren Menschen über die Maschen der Kriminellen aufzuklären.

Andere Masche: Sicherheitsprobleme bei Bankkonten

Zwei Bankkunden aus Bocholt und Heiden sind in den vergangenen Tagen der gleichen Betrugsmasche zum Opfer gefallen. Die Betrüger riefen in beiden Fällen an und gaben sich als Mitarbeiter eines Kreditinstitutes aus und buchten später Geld von den Konten ihrer Opfer ab.

Es gebe angeblich Sicherheitsprobleme mit ihren Konten, behaupteten die Betrüger. So brachten die Kriminellen die beiden Betroffenen dazu, Daten preiszugeben. Es gelang den Tätern, an Transaktionsnummern (TANs) zu kommen und Geld von den jeweiligen Konten abzubuchen. Dem betroffenen Bocholter und der geschädigten Heidenerin entstand ein finanzieller Schaden in Höhe von mehreren Tausend Euro.

Kreditinstitute verlangen Übermittlungen nie telefonisch

Die Polizei erneuert ihre Warnung vor dieser Betrugsmasche. Niemand sollte Unbekannten am Telefon entsprechende Daten preisgeben. Kreditinstitute verlangen eine solche Übermittlung auch nicht telefonisch.

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Wer einen derartigen Anruf erhält, sollte das Gespräch beenden - auch wenn vermeintlich die Rufnummer der eigenen Bank im Display erscheint: Kriminelle nutzen technische Möglichkeiten, um diesen Effekt zu erzielen und so Glaubwürdigkeit vorzutäuschen.

Im Zweifelsfall sollten Betroffene auflegen und die eigene Bank von sich aus kontaktieren oder sich an die Polizei wenden.

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