1400 Unterschriften für Petition zum Schutz der Wölfin in Schermbeck

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Zwei Schermbeckerinnen haben einen Petition für den Schutz des Wolfes und der Landwirtschaft gestartet. Die Zahl der Unterstützer ist groß.

von Andreas Rentel

Raesfeld/Schermbeck

, 30.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Die Interessen des Naturschutzes und der Landwirtschaft möchten Tanja Brodel und Heike Brietsche-Ilsemann ausgleichen. Die Schermbeckerinnen haben eine Petition zum Schutz der Wölfin verfasst, die im Raum Hünxe/Schermbeck ansässig geworden ist.

In der Petition, gerichtet an das Landesumweltministerium, den Landrat des Kreises Wesel sowie an die Fraktionen in Rat, Kreis- und Landtag, wird gefordert, Fachleute einzuschalten, um das Leben der Wölfin und die berechtigten Interessen der Landwirte zu schützen. Vom Erfolg ihres Vorstoßes sind die Initiatorinnen überrascht: Rund 1400 Unterstützer haben auf die Online-Petition reagiert.

Sorgen sind nachvollziehbar

Natur- und Umweltschutz dürfe nicht nur dann gelten, wenn dieser für die Menschen keine Belastungen bringe. „Ebenso können wir die Sorgen der Landwirte nachvollziehen, deren Viehbestände bedroht sind.“ Daher wird eine Lösung gefordert, die von Wolfsschützern und den Landwirten mitgetragen werden kann.

1400 Unterschriften für Petition zum Schutz der Wölfin in Schermbeck

Schäfer Achim Koop (vorne links) hat den Teilnehmern des Aktionstages den Zaun vorgestellt. © Langert

„Wir müssen lernen, mit dem Wolf zu leben“, sagt Christian Chwallek, der stellvertretende Vorsitzende des Naturschutzbundes in NRW. Dieser hatte zu einem Zaunaktionstag in die Dingdener Heide eingeladen. Interessierte konnten sich die Situation zum Thema Wolf und einen Schutzzaun erklären lassen. Zudem gab es die Möglichkeit, Fragen zu stellen und zu diskutieren.

In NRW gibt es drei Wolfsgebiete, in denen jeweils ein standorttreues Tier lebt. Wie berichtet, sind sie von Pufferzonen umgeben. Es sei wichtig, die Situation ohne Emotionen zu betrachten, so Chwallek. Zuletzt hatte die Wölfin in Hünxe mehrere Schafe gerissen.

Zaun ist 120 Zentimeter hoch

Achim Koop, Landwirtschaftsmeister und Schäfer in der Dingdener Heide, hatte zum Aktionstag einen Musterzaun aufgestellt, der vor dem Wolf schützen soll. Der Zaun in der Heide ist 120 Zentimeter hoch.

Ein Wolf springe nicht von Natur aus, so Koop. Durch Stromdrähte werde das Tier abgeschreckt. Die Materialkosten für den Zaun würden dem Schäfer erstattet, der Arbeitsaufwand nicht. Er ergänzte, dass Wölfe Höhen von bis zu 160 Zentimetern überwinden könnten.

Herdenschutzhunde seien effektiv, aber auch keine Lösung für alle, sagte Maik Dünow, der Sprecher der NRW-Berufsschäfer. Peter Malzbender, der Nabu-Kreisvorsitzende aus Wesel, warnte vor Panikmache.

In seinen Augen gebe es keine „Problemwölfe“. Einig waren sich die Beteiligten, dass der öffentliche Druck auf Politik und Verwaltung hochgehalten werden müsse, damit neben dem Nabu und den Schafzuchtverbänden auch von dort noch mehr Unterstützung komme.

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