17-Jähriger wurde 6 Stunden lang schwer misshandelt und gefilmt – Mutter sah einfach zu

Prozess in Düsseldorf

Eine Mutter aus Düsseldorf hat zugesehen, wie ihr Verlobter ihren 17-jährigen Sohn stundenlang misshandelt und quält hat. Auslöser für den Exzess waren Fotos, die der Junge gemacht hatte.

04.02.2021, 05:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Eine 47-jährige Frau (r) sitzt als Angeklagte neben ihrem Anwalt Bernhard Bayer. Weil sie der brutalen Misshandlung ihres eigenen Sohnes tatenlos zugeschaut hat, ist eine Mutter zu 15 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Eine 47-jährige Frau (r) sitzt als Angeklagte neben ihrem Anwalt Bernhard Bayer. Weil sie der brutalen Misshandlung ihres eigenen Sohnes tatenlos zugeschaut hat, ist eine Mutter zu 15 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. © picture alliance/dpa

Weil sie der brutalen Misshandlung ihres eigenen Sohnes tatenlos zugeschaut hat, ist eine Mutter in Düsseldorf zu 15 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Das Amtsgericht sprach die 47-jährige Pädagogin am Mittwoch wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen durch Unterlassen schuldig. Außerdem muss die Düsseldorferin 2000 Euro an das Raphael-Haus in Dormagen zahlen, dass sich um misshandelte Kinder kümmert.

Der 17-jährige Sohn war im Juli 2019 über sechs Stunden lang vom Verlobten der Frau schwer misshandelt, gedemütigt und gequält worden. Der 37-Jährige hatte einen Teil der Demütigungen mit dem Mobiltelefon aufgenommen und dem gequälten und weinenden Jugendlichen gedroht, dieses Video ins Netz zu stellen. Anlass für den Gewaltexzess sollen Fotos gewesen sein, die der Junge heimlich von seiner leicht bekleideten zwölfjährigen Schwester aufgenommen hatte, als diese schlief.

Sohn will nicht gegen seine Mutter aussagen

Der 37-Jährige ist bereits zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. „Sie hätten eingreifen können, haben es aber nicht getan habe, um ihrem Verlobten nicht im Weg zu stehen und ihre Beziehung zu retten“, sagte Richterin Kirsten Hartmann. „Sie haben sich ganz klar gegen ihren Sohn gestellt.“

Die Mutter hatte im Prozess zugegeben, ihrem Sohn nicht geholfen zu haben. Sie sei nach der Entdeckung der Fotos in eine „Schockstarre verfallen“. Außerdem habe sie nur einen kleinen Teil der Misshandlungen mitbekommen. Der Sohn hatte erklärt, nicht gegen seine Mutter aussagen zu wollen.

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