18 Ausflüge im Frühling in NRW, die trotz Corona möglich sind

Coronavirus

Statt toller Veranstaltungstipps gibt es von Coolibri.de jetzt ein paar Ideen, wie ihr die Zeit mit Ausflügen in Nordrhein-Westfalen nutzen könnt, die trotz Corona möglich sind.

NRW

von Konrad Bender

, 09.04.2020, 15:58 Uhr / Lesedauer: 5 min
18 Ausflüge im Frühling in NRW, die trotz Corona möglich sind

© David Emrich

Dieser Artikel erschien zuerst auf coolibri.de. Mehr Tipps für Freizeitaktivitäten gibt es auf coolibri.de.

Bei all dem Abschotten, Isolieren und „Social Distancing“, welches die Corona-Krise aktuell verlangt, kann einem schon mal die Decke auf den Kopf fallen. Solange totale Ausgangssperren nicht notwendig werden, kann man sich auch in der lokalen Natur von anderen Menschen fernhalten. Hier einige schöne Ausflugsziele zum Rauskommen. Und wenn dann doch mal einer vorbeikommt: Schön nen Bogen drum machen!

Ausflüge im Frühling im Rheinland und im Bergischen Land

Schlosspark Benrath | Düsseldorf

18 Ausflüge im Frühling in NRW, die trotz Corona möglich sind

© Düsseldorf Tourismus / U. Otte

Zwar ist das Schloss Benrath selbst dieser Tage als öffentliche Einrichtung nicht zugänglich, der wunderschöne Schlosspark ist allerdings weiterhin geöffnet und bietet reichlich Platz, um anderen Flanierern aus dem Weg zu gehen. Die fürstliche Gartenanlage ist ohne Frage einer der schönsten Naturflecken in Düsseldorf und Umgebung und schon in „normalen“ Zeiten immer einen Ausflug wert. Jetzt, wo der Frühling ansteht, ist ein Ausflug in das Naturparadies inmitten der Stadt dank der Blütenpracht umso beglückender.

Schlosspark Benrath, Benrather Schloßallee 101–106, Düsseldorf

Naturschutzgebiet Eller Forst | Düsseldorf

Natur geht streckenweise auch in der Stadt ganz gut. Beweisstück A ist der Eller Forst in Düsseldorf: Das älteste Naturschutzgebiet Düsseldorfs erstreckt sich im Südosten der Landeshauptstadt auf einer Fläche von 95 Hektar. Dort erwartet euch sogenannte Erlenbruchwälder, die auf sumpfigen Böden wachsen und bis zum Beginn der Industrialisierung und Urbanisierung das Landschaftsbild hierzulande prägten.

In dieser Umgebung fühlen sich allerlei Amphibien wie Molche, Erdkröten oder Grasfrösche wohl, dementsprechend sind aber auch Wasservögel, wie zum Beispiel Graureiher, die hier heimisch und können mit etwas Glück beobachtet werden. Wie überall in der Natur, aber im Naturschutzgebiet ganz besonders, gilt: Nehmt euren Müll wieder mit und belästigt die Tiere nicht.

Naturschutzgebiet Eller Forst, Parkplätze Unterbacher See und Strandbach Nord, Düsseldorf

Naturschutzgebiet Bislicher Insel | Xanten

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© Bernhard Post


Bei Xanten findet sich mit der Bislicher Insel eine der letzten Auenlandschaften Deutschlands. Achtung: Nicht Auenland, keine Hobbits! Dafür viele seltene Tierarten und Gewächse, die Besucher von vorgegebenen Wegen und als Teil von Exkursionen durch das Naturschutzgebiet entdecken können. Das ist zu Fuß, aber auch per Rad möglich. Und auch ohne Mittelerdebewohner kommt zwischen Kiesufern und Schilfröhricht nicht selten eine mystische Stimmung wie aus fantastischen Erzählungen auf. Das Naturforum ist zurzeit zwar geschlossen, das Naturschutzgebiet an sich aber weiterhin zugänglich.

Naturschutzgebiet Bislicher Insel, Xanten

Wandern zum Altenberger Dom | Solingen – Odenthal

Der Altenberger Dom in Odenthal.

Der Altenberger Dom in Odenthal. © Thomas B.


Mitten im Bergischen Land steht eine gotische Kirche, die dem Kölner Dom in fast nichts nachsteht: der Altenberger Dom in Odenthal. Das imposante Bauwerk aus dem 13. Jahrhundert eignet sich hervorragend als Zielpunkt einer Wanderung durchs Bergisch Land von Schloss Burg in Solingen aus. 28 Kilometer geht es über Stock und Stein, hinaus aus der Klingenstadt, durchs Wupper-Tal und schließlich ins historische Altenberg hinein. Auf dem Weg hat man genügend Platz, um anderen Wanderern auszuweichen, und sich so ohne Ansteckungsgefahr ganz der Natur hinzugeben. Hach!

Bergischer Weg #5, ca. 28km, Startpunkt: Schloss Burg, Solingen

Ausflüge im Frühling im Ruhrgebiet
Bergkamener Alpen | Bergkamen


Die gut 200 Hektar große Haldenlandschaft rund um die Halden Großes Holz, Aden und Monopol trägt den Beinamen Bergkamener Alpen. Viel Wald und Wuchs findet sich hier, aber auch ein „versunkener Hain“, blau strahlende Leuchttürme und die 30 Meter hohe Lichtskulptur „Impuls“. Naturfreunde staunen über die Stauden-und Strauchfläche mit vorwiegend blau blühenden Pflanzen oder über das von Wacholder dominierte Gräserplateau. Spazieren, picknicken, radeln, Drachen steigen lassen – diese pöttischen Alpen sind ein Outdoorspielplatz.

Halde Großes Holz, Erich-Ollenhauer-Straße, Bergkamen

Arboretum Sequoiafarm | Nettetal-Kaldenkirchen

Im niederrheinischen Kaldenkirchen bei Nettetal finden Liebhaber großer Gehölze ein prächtiges Angebot: Ein Arboretum mit Mammutbäumen. Neben Bergmammut-, Küstenmammut- und Urweltmammutbäumen lassen sich noch 400 andere Gehölzarten aufspüren. Das Parkgelände der Sequoiafarm hat einiges zu bieten, an die sagenhafte Stimmung zwischen den gigantischen Stämmen kommt aber wenig ran.

Arboretum Sequoiafarm, Buschstraße 98, Nettetal

Westruper Heide | Haltern am See

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© Katharina Lenger


Alle schwärmen immer von der Lüneburger Heide – und ach, wie lila alles ist! Völlig überbewertet, weiß jeder, der schon mal zur Blütezeit durch die Westruper Heide bei Haltern geschlendert ist. Die kann auch ziemlich purpur werden und wirkt mit knorrigen Bäumchen, hügeligen Ebenen, staubigen Pfaden und wuscheligen Heidschnucken nicht selten wie eine perfekte Videospiellandschaft.

Westruper Heide, Parkplatz Flaesheimer Damm, Haltern am See

Sechs-Seen-Platte | Duisburg

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© Stadt Duisburg


In erfahrbarer Nähe der Duisburger Innenstadt liegt die vortrefflich benannte Sechs-Seen-Platte. Zwar sind hier zurzeit einige Freizeitaktivitäten – Grillen, Spielplätze, Sportanlagen – gar nicht oder nur eingeschränkt zu genießen. Die insgesamt 25 Kilometer Spazierwege können aber unter Berücksichtigung der aktuellen Auflagen frequentiert werden. Besonders lohnt sich der Blick vom 22 Meter hohen Aussichtsturm Wolfsberg.

Sechs-Seen-Platte, Duisburg

Flüsterbrücke | Dortmund

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© Stadtentwässerung Dortmund


Ein Ausflugsziel, bei dem der nötige Personenabstand sogar vonnöten ist, findet ihr direkt am Phoenix-See in Dortmund: die Flüsterbrücke. Dabei ist das keine tatsächliche Brücke, sondern eine Schallbrücke. Zwei 59 Meter voneinander aufgestellte Stahlschalen ermöglichen euch dank eines physischen Phänomens, über diese große Entfernung miteinander zu reden, als ob ihr direkt nebeneinander stehen würdet. Verrückt!

Flüsterbrücke, Zugang über Röhrichtweg, Dortmund

Baldeneysee | Essen

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© Elke Brochhagen / Stadt Essen


Der Baldeneysee ist vermutlich das Naherholungsgebiet Numero Uno für alle geplagten Essener, weshalb dieser Tipp mit Vorsicht zu genießen ist. Aber es lässt sich nicht bestreiten, dass der See selbst, wie auch die Landschaft rundherum ein absolutes Pott-Juwel sind! Klar, die Freizeitmöglichkeiten sind zurzeit eingeschränkt, aber für einen Spaziergang zwecks Beibehaltung der geistigen Gesundheit ist das Stückchen Grün allemal geeignet. Aber bitte, bitte, bitte: Achtet auf den Mindestabstand und geht woanders hin, wenn es offensichtlich zu voll aussieht. Was nicht unwahrscheinlich ist.
Baldeneysee, Freiherr-Vom-Stein-Straße 206a, Essen

Gustavs Park | Essen
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Kennt doch keiner, diesen Gustavs Park, irgendwo da hinter der Zeche Carl! Ganz genau! Die kleine Grünfläche ist nicht besonders prominent und drum eher weniger stark frequentiert. Finden kann man trotzdem was: Vor einigen Jahren hat eine Gruppe Künstler hier Werke installiert, die jeden Spaziergang aufwerten – yeah?
Gustavs Park, Wilhelm-Nieswandt-Allee 100, Essen

Halde Haniel | Bottrop
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© AngelaHB


Eine der höchsten und weitläufigsten Halden der Region findet sich auf der Grenze von Bottrop und Oberhausen. Zu entdecken gibt es ein Amphitheater, die bunten „Totems“, ein Gipfelkreuz und die sich anschließende Halde Schöttelheide. Und natürlich einen Ausblick über sämtliche Highlights der Region: Tetraeder, Gasometer, Zeche Prosper-Haniel, das Centro, Schloss Ripshorst und mehr. Dank breiter Wege und viel Fläche kommt sich hier nur in die Quere, wer‘s drauf anlegt.
Halde Haniel, Zugang über Fernewaldstraße, Bottrop

Ausflüge im Frühling im Münsterland und in Ostwestfalen-Lippe
Schloss Nordkirchen | Nordkirchen

Das Schloss Nordkirchen.

Das Schloss Nordkirchen. © © Foto Oliver Franke/Tourismus N


Auch das westfälische Versailles, Schloss Nordkirchen, eignet sich für einen Quarantäne-Ausflug in die Natur. Das Schloss selbst ist ohnehin nur mit einer Führung zugänglich, der Schlosspark hingegen ist ganzjährig frei zugänglich. Die breiten Wege durch die kunstvolle Gartenanlage bieten euch genügend Raum, anderen Menschen auszuweichen und so den Mindestabstand (1,5 Meter, falls es jemand vergessen haben sollte) einzuhalten. Vielleicht bereitet ihr euch für den Gang sogar eine Atemmaske mit Barockmuster vor?
Schloss Nordkirchen, Schloß 1, Nordkirchen

Zwillbrocker Venn | Vreden
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© Hubert Stroetmann / Biologische Station Zwillbrock e.V.


Wenn euch der Sinn im Münsterland eher nach Flamingos steht, dann ab mit euch in den Naturraum Zwillbrocker Venn in Vreden. Die Rosaflügler könnt ihr hier nämlich in ihrem natürlichen Habitat beobachten, allerdings nur im Sommer – oder vielleicht auch einem besonders warmen Frühling? Doch auch abseits der Vogelbeobachtung lohnt sich der Ausflug ins Venn. Das ist übrigens der niederdeutsche Begriff für ein Moor oder einen ähnlich morastigen Bereich, wieder was gelernt. Die interessanten Bildungsstationen und Aussichtsplattformen sind zwar zurzeit geschlossen, der Rundweg ist aber weiter zugänglich – Mindestabstand nicht vergessen.
Zwillbrocker Venn, Zwillbrock 10, Vreden

Externsteine | Horn-Bad Meinberg
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© A. Hub, Teutoburger Wald Tourismus

Freunde vermeintlich magischer Felsformation müssen auch in Corona-Zeiten nicht verzagen, denn die Externsteine im Tal der Weimbecke sind weiterhin zugänglich. Allerdings gilt hier: nur gucken, nicht anfassen. Besteigen dürft ihr die mystischen Mineralansammlungen nämlich nicht, die entsprechenden Stationen sind pandemiebedingt geschlossen. Aber für einen Ausflug in die Natur und einen einmaligen Blick auf die Felsen lohnt sich die Anfahrt allemal.
Externsteine, Externsteine Straße 35, Horn-Bad Meinberg

Ausflüge im Frühling im Sauerland im Siegerland
Biggesee | Olpe & Attendorn

Stimmungsvoller Sonnenuntergang am Biggesee bei Attendorn.

Stimmungsvoller Sonnenuntergang am Biggesee bei Attendorn. © Detlef Seidel / Südwestfalen Agentur GmbH


Mehr Natur als im Sauerland ist in Nordrhein-Westfalen wohl schwer möglich. Eine mit dem PKW über die A45 wunderbar erreichbare Oase ist der Biggesee, immerhin die fünftgrößte Talsperre Deutschlands. Dementsprechend lang gestaltet sich das Ufer- und Wegenetzwerk rund um den bildhübschen Wasserspeicher, der sich im Gebiet zwischen Olpe, Attendorn und Hunswinkel erstreckt. Klar, die Freizeitmöglichkeiten sind eingeschränkt, aber ein Spaziergang sollte hier immer drin sein.

Biggesee, zwischen Olpe und Attendorn

Kahler-Asten-Steig | Westfeld

Mit tierischen Beobachtern muss man im Sauerland hinter jeder Biegung rechnen

Mit tierischen Beobachtern muss man im Sauerland hinter jeder Biegung rechnen © Ferienwelt Winterberg


„Auf dem Kahlen Asten steh’n Elektronenmasten“, wussten schon Die Kassierer. Wer sich davon überzeugen will, kramt am besten die guten Wanderstiefel von Opa aus dem Schrank, denn der Aufstieg auf den zweithöchsten Berg in Nordrhein-Westfalen hat es in sich. Als Ausgangspunkt einer amtlichen Wanderung eignet sich der Parkplatz Skihütte in Westfeld, von dort geht es dann über eine Strecke von 16 Kilometern bis auf die 840 Höhenmeter des Berges hinauf. Oben angekommen belohnt euch ein fantastischer Ausblick auf die umliegende Hochheide. Herrlich!

Kahler-Asten-Steig, ca. 16 km, Startpunkt: Parkplatz Skihütte, Westfeld

Ausflüge im Frühling in der Eifel

Nationalpark Eifel
Zwar finden in diesem Juwel der Eifel keine Veranstaltungen oder Führungen mehr statt, ein „normaler“ Besuch des Nationalparks ist aber weiterhin möglich. Zum Glück, denn mehr Natur ist wohl kaum möglich. 110 Quadratkilometer Flora und Fauna könnt ihr in der Eifel entdecken, dazu gehören unter anderem Schwarzstorch, Uhu oder Wildkatze. Und die 240 Kilometer Wegstrecke wollen auch erstmal bewandert werden. Da wird es nicht so schnell langweilig.

So okay, wenn man eine Hausgemeinschaft bildet. Sonst: Mindestabstand!

So okay, wenn man eine Hausgemeinschaft bildet. Sonst: Mindestabstand! © Dominik Ketz

Nationalpark Eifel, Urftseestraße 34, Schleiden-Gemünd

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