23. Ballettgala war ein Feuerwerk des Tanzes

Opernhaus Dortmund

Rudolf Nurejew wäre begeistert gewesen: Vollendet schön tanzten Dorotheée Gilbert und Hugo Marchand von der Pariser Oper am Samstag und Sonntag im Dortmunder Opernhaus seine Choreografie zu Prokofjews "Romeo und Julia". - Einer er ganz großen Höhepunkte der 23. Ballett-Gala.

DORTMUND

, 26.06.2016, 10:58 Uhr / Lesedauer: 1 min
Perfekte Körperbeherrschung: Istvan Simon von der Semperoper. Mit Melissa Hamilton bildete er ein Traumpaar.

Perfekte Körperbeherrschung: Istvan Simon von der Semperoper. Mit Melissa Hamilton bildete er ein Traumpaar.

Das Tanzfest der Weltspitze war Abschluss einer überaus erfolgreichen Saison von Xin Peng Wang und seiner vortrefflichen Compagnie. Und auch ein Abschied der ersten Generation des "New Junior Balletts", deren Mitglieder nach zwei Jahren in feste Engagements gehen - fünf alleine in Dortmund.

Die Qualität der jungen Tänzer sah das Publikum in "Full half turn" und in Itzik Gaililis witziger "Sofa"-Choreografie.

Ballerina schwebte wie eine Feder

Drei große klassische Pas-de-deux krönten die Gala. Neben der Szene aus "Romeo und Julia" war dies der Ausschnitt aus Kenneth Mac Millans "Manon" von Massenet mit dem Pariser Paar - ein Tanzklassiker seit 1974, den Gilbert und Marchand zu einem faszinierenden Tanztheater machten.

Ein ebenso großartiges Traumpaar waren Melissa Hamilton und Istvan Simon von der Semperoper Dresden. Wirklich zart wie eine Feder schwebte die Ballerina als Giselle von Adam durch die Choreografie von Marius Petipa. Im zweiten Teil sah man das Paar in modernem Tanz "Vertigo Maze" von Stijn Calis - auch technisch perfekt, aber im klassischen Spitzentanz ist vor allem die Ballerina noch mehr eine Klasse für sich.

Technisch virtuos

Spitze und umjubelt bei der von Hannes Brock moderierten Gala war auch das Dortmunder Debüt des Miami City Ballet im "Allegro Brillante" von Balanchine, in dem alle fünf Paare dem Titel des Stücks alle Ehre machten. Und auch die "Dresden Frankfurt Dance Company", Nachfolger des Forsythe-Balletts, begeisterte mit einem technisch virtuosen Paar in "The Primate Trilogy".

Lyrisch und poetisch war der erste Teil der Gala, das Feuerwerk des Tanzes kam im zweiten Teil. Und die Gastgeber zeigte (unter anderem mit dem Dortmunder Tanzstar Dmitry Semionov) in Ausschnitten aus Wangs tollem "Faust I" und "Zauberberg", dass sie an der Weltspitze sehr gut mittanzen kann. Ab der nächsten Saison dann auch mit den Tanz-Superstars Lucia Lacarra und Marlon Dino.

Mit der nächsten Gala eröffnet das am 24. und 25. September seine Spielzeit. Die 25. Gala im Juni 2017 ist ein Jubiläumsfest mit Orchesterbegleitung.

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