64-Jähriger stirbt bei Brand in Saunaclub - Schaulustige nehmen Feuerwehr Schläuche weg

hzLöscharbeiten behindert

Bei einem Brand im Gallardo-Saunaclub ist in der Nacht zu Sonntag ein 64-jähriger Mann gestorben. Gäste des Clubs behinderten die Lösch- und Rettungsarbeiten.

von Carola Korff

Hamminkeln

, 15.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Das teilt die Polizei am Morgen mit. Demnach nahmen die Störenfreide der Feuerwehr die Schläuche weg und spritzten sich gegenseitig nass. Die Feuerwehr kämpfte mit 150 Einsatzkräften bis zum Morgen gegen die Flammen.

Mitarbeiter des Saunaclubs hatten gegen 1.15 Uhr einen Brand innerhalb des Gebäudes bemerkt und die Feuerwehr alarmiert. Als die Rettungskräfte eintrafen, habe das Gebäude bereits in Flammen gestanden und Gäste und Personal des Clubs hätten auf der Straße gestanden, sagt Einsatzleiter Michael Wolbring.

Allerdings sagten sie der Feuerwehr, dass noch ein Mann vermisst werde. Unter Atemschutz ging ein Trupp ins Gebäude und fand den leblosen 64-Jährigen in den Clubräumen. Die Helfer brachten ihn nach draußen und versuchten sofort, ihn zu reanimieren, doch der Mann starb noch am Brandort.

Schaulustige behindern Löscharbeiten

Während der Löscharbeiten störten drei Männer die Feuerwehrleute so massiv, dass sie laut Polizeibericht in Gewahrsam genommen werden mussten. Sie griffen sich die Schläuche und zielten damit auf sich selbst.

So etwas habe er noch nie erlebt, sagte Wolbring im BBV-Gespräch. Das Verhalten der drei Männer, die offensichtlich auch Gäste des Clubs waren, sei sehr ärgerlich gewesen.

„Man fragt sich schon: Was soll so’n Mist?“, so Wolbring, die Feuerwehr habe sich durch die Störer aber nicht von ihrer eigentlichen Aufgabe abbringen lassen. Als Einsatzleiter habe er die Polizei um Amtshilfe gebeten, die schnell für Ordnung gesorgt habe, berichtet Wolbring.

Anspruchsvolle Löscharbeiten

Die Löscharbeiten seien sehr anspruchsvoll gewesen, denn in der Isolierung von Dach und Fassade flammte das Feuer immer wieder auf. Größere Teile mussten von der Feuerwehr mit schwerem Gerät entfernt werden, um ein Übergreifen der Flammen auf das direkt angrenzende Gebäude zu verhindern, was letztlich auch gelang.

Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot an Kräften und viel Material vor Ort. Über 150 Mitglieder der Feuerwehren aus Hamminkeln, Wesel, Isselburg und Bocholt waren beteiligt. 30 Fahrzeuge standen bereit – darunter auch die dem Krankenhäusern und Altenwohnanlagen. Es wurden jedoch keine gesundheitlich bedenklichen Werte gemessen.

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