90-Jährige sollte 637 Euro für Schlüsseldienst bezahlen – und der hat jetzt ein Problem

Wucher

Eine 90-jährige Frau in Lennestadt hatte einen Schlüsseldienst gerufen – der präsentierte ihr eine Rechnung über 697 Euro. Doch das kommt jetzt den Schlüsseldienst teuer zu stehen.

Lennestadt

17.02.2020, 12:24 Uhr / Lesedauer: 1 min
Unter den Schlüsseldiensten gibt es schwarze Schafe. Eine 90-jährige Frau aus Lennestadt fiel auf einen nicht seriösen Dienst herein.

Unter den Schlüsseldiensten gibt es schwarze Schafe. Eine 90-jährige Frau aus Lennestadt fiel auf einen nicht seriösen Dienst herein. © dpa

Die Rechnung eines Schlüsseldienstes über 637 Euro für eine 90-jährige Frau hat die Polizei im sauerländischen Lennestadt auf den Plan gerufen. Sie ermittelt gegen den bereits polizeibekannten 38-Jährigen wegen Wuchers.

Wie die Polizei am Montag mitteilte, hatte sich die Seniorin am Samstag ausgeschlossen und mit ihrer Tochter im Internet die Nummer eines vermeintlich örtlichen Schlüsseldienstes recherchiert.

Tatsächlich landeten die Frauen laut Polizei in Hagen: „Telefonisch erklärte ein Mitarbeiter, dass er in rund eineinhalb Stunden vor Ort wäre und sich die Kosten auf rund 200 bis 300 Euro belaufen würden.“

Gebrauchten Zylinder eingebaut

Vor Ort habe der Mann dann aber einen offenbar gebrauchten Schließzylinder eingebaut und eine Rechnung über 637,48 Euro präsentiert. Als der 38-Jährige der Tochter zu einer Bank folgte, um das Geld direkt zu kassieren, rief die Frau die Polizei.


Die stellte die Rechnung sicher, ermittelt jetzt wegen Wuchers. Der Mann behauptete, eine korrekte Rechnung ausgestellt zu haben. Gegen ihn sind laut Polizei aber bereits mehrere Anzeigen wegen ähnlicher Verdachtsfälle anhängig.

Wucher wird laut Strafgesetzbuch mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe geahndet. In besonders schweren Fällen können bis zu zehn Jahre Haft verhängt werden.

dpa

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