AfD-Kreisvorsitzender Andre Ludwig will keine Öffentlichkeit beim Parteitag

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Beim Kreisparteitag am Wochenende will die Kreis-AfD womöglich ohne Presse tagen. Kreissprecher Andre Ludwig aus Bocholt sagte unserer Zeitung, er wolle einen entsprechenden Antrag stellen.

von Josef Barnekamp

Kreis Borken

, 03.09.2019, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine Woche nach den massiven Stimmengewinnen der AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg trifft sich der Kreisverband am Sonntag, 8. September, zum Kreisparteitag. Dabei will die im Kreis Borken rund 80 Mitglieder zählende Partei offensichtlich unter sich bleiben – jedenfalls wenn es nach dem Willen des Kreisvorsitzenden Andre Ludwig geht.

„Fast offene Feindschaft“

Er halte es „für keine gute Idee, in der derzeitigen Verfassung der Partei in NRW und im Kreis Borken Presse zu Parteitagen zuzulassen“, antwortete der Bocholter auf eine Anfrage dieser Zeitung. In der hatte die Redaktion angefragt, ob man zwecks Berichterstattung eine Einladung zu der Veranstaltung erhalten könne, für die die AfD nach Informationen unserer Zeitung Räume unter einem Privatnamen angemietet hat.

Für den Fall, dass man beim Parteitag erscheine, „werde ich den Ausschluss der Presse beantragen“, antwortete Ludwig auf die Anfrage. Er begründete das mit der „Sorge, dass im Anschluss wieder von ‚fast offener Feindschaft‘ zwischen“ ihm und Helmut Seifen berichtet und „damit der Partei Schaden zugefügt“ werde.

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Damit spielt Ludwig auf die Berichterstattung der BZ Mitte Juli an, die das offenbar tiefe Zerwürfnis zwischen dem AfD-Landtagsabgeordneten Seifen und dem AfD-Kreisvorsitzenden thematisiert hatte. Dabei hatte Ludwig selbst (und bis heute übrigens unwidersprochen) von einer „fast offenen Feindschaft“ zwischen ihm und Seifen gesprochen. Seifen hatte Ludwigs Vorwürfe „Unterstellungen“ genannt.

Treffen war „komplett eskaliert“

Ob die Presse am Sonntag wirklich ausgeschlossen wird, das müssen laut Ludwig die Mitglieder entscheiden. Er verweist dabei auf das Vorgehen der AfD beim Landesparteitag in Warburg Anfang Juli, wo ein Antrag auf vorläufigen Ausschluss der Presse abgelehnt wurde.

Bei dem Parteitag war der parteiintern als eher gemäßigt geltende Seifen als Co-Landesvorsitzender mit einem Großteil des zwölfköpfigen Landesvorstandes zurückgetreten. Schon der bislang letzte Kreisparteitag der AfD war ohne Öffentlichkeit über die Bühne gegangen, weil es keine Einladungen für die Presse gab. Wie Ludwig im Nachgang eingeräumt hatte, war das Treffen der Kreis-AfD „komplett eskaliert“.

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