Aggressiv und nicht gesprächsbereit: Polizei löst Trauerfeier mit 150 Teilnehmern auf

hzKatholischer Friedhof Methler

Polizei und Ordnungsdienst schreiten ein, als 150 Trauernde auf dem Katholischen Friedhof in Methler Abschied nehmen wollen. Die Abstandsregeln seien nicht eingehalten worden.

Kamen

, 26.05.2020, 13:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

Großeinsatz für Ordnungsdienst und Polizei auf dem Katholischen Friedhof an der Fritz-Haber-Straße in Methler. Bei einer Trauerfeier, an der etwa 150 Trauergäste teilnahmen, kam es laut Polizei und Stadtverwaltung zu Verstößen gegen die zurzeit geltenden Abstandsregelungen.

Die Versammlung wurde aufgelöst, wie die Stadt Kamen und die Kreispolizei Unna am Dienstag in einer gemeinsamen Mitteilung informierten. Zu dem Einsatz kam es am Montag gegen 17.40 Uhr.

Teilnehmer nicht gesprächsbereit und aggressiv

Ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes war bei einer Routinestreife auf die Veranstaltung aufmerksam geworden, teilte Stadtsprecher Peter Büttner am Dienstag mit. Dabei habe die Ordnungskraft zahlreiche Verstöße gegen die geltende Corona-Schutzverordnung festgestellt, unter anderem wegen fehlender Mindestabstände. „Eine gemeinsame Kontaktaufnahme mit der hinzugerufenen Polizei war nicht möglich, weil sich die Teilnehmer nicht gesprächsbereit und aggressiv verhielten.“

Entsprechend forderte die vor Ort eingesetzte Ordnungspartnerschaftsstreife, die aus einem Polizisten und einer städtischen Kraft besteht, Verstärkung an. Die Polizei rückte daraufhin mit weiteren Kräften an.

Das Ordnungsamt der Stadt Kamen beendete die Veranstaltung. Engsten Familienmitgliedern wurde gestattet, die Trauerfeier fortzusetzen. Von sämtlichen Anwesenden wurden die Personalien festgestellt. Ihnen droht nun eine Anzeige wegen des Verstoßes gegen das Hygieneschutzgesetz.

Beerdigungen zulässig bei Einhaltung der Corona-Regeln

Nach den Regelungen der Coronaschutzverordnung sind Beerdigungen zulässig, wenn die entsprechenden Hygieneschutzmaßnahmen und Abstandsgebote eingehalten werden. Bürgermeisterin Elke Kappen appelliert, so sagt sie „an die Vernunft der Bürgerinnen und Bürger, auch bei so traurigen Anlässen wie dem Tod eines Angehörigen die Abstandsregeln und Verhaltensvorschriften zu befolgen“.

Denn auch in Zeiten von Corona gilt als anerkannt, dass trotz aller Beschränkungen und Vorsichtsmaßnahmen Abschied und Trauer wichtig sind. Bestattungen sind demnach ausdrücklich vom Kontaktverbot ausgenommen. Allerdings, so die Empfehlung, ist der Kreis der Teilnehmer auf den engsten Familienkreis und Freundeskreis zu beschränken.

Größerer Vorfall im April auch in Heilbronn

Auch bei einer Beerdigung auf dem Westfriedhof im baden-württembergischen Heilbronn im April hatte die Polizei eine Menschenansammlung von rund 200 Personen aufgelöst. Die Familie eines verstorbenen 36-jährigen Mannes hatte die Trauerfeier im Vorfeld über die sozialen Medien angekündigt.

Nach Rücksprache mit der Polizei wurde die öffentliche Einladung zwar zurückgenommen, trotzdem fanden sich etwa 200 Menschen zur Anteilnahme auf dem Friedhof ein. Da die Abstandsregelungen nicht eingehalten wurden, nahm die Polizei Personalien auf. Etwa 60 Teilnehmer wurden wegen des Verstoßes gegen das Hygieneschutzgesetz angezeigt. Die Beisetzung fand schließlich im engsten Familienkreis statt.

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