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Denkt er, oder denkt er nicht?

Ahaus Wer im voll besetzten Fürstensaal des Schlosses hätte am Mittwochabend bei Uta Rotermunds Bühnenprogramm "Können Männer denken?" damit gerechnet, einer "Weiterbildung mit Unterhaltungscharakter" zum Thema homo sapiens, der denkende Mensch, hier der "denkenden Mann", beizuwohnen?

28.02.2008

Speziell in ihrer Rolle als schräge Sozialwissenschaftlerin mit dem Spezialgebiet "Männerkunde" durchleuchtete die Kabarettistin gewissenhaft alle Pros und Kontras ihrer Ausgangsfrage: "Es ist doch schon möglich, einen Mann auf den Mond zu schießen, warum denn nicht alle? Aber einen brauchen wir noch für die Fortpflanzung, wenn auch nicht mehr lange. Dann haben wir das alles im Kühlschrank. Geschüttelt und gerührt."

Bei solchen und ähnlich gearteten Bissigkeiten fiel es auch den (wenigen) im Raume anwesenden Männern schwer, ihr Lachen oder wenigstens schmales Lächeln zu unterdrücken, während das weibliche Publikum regelmäßig Lachsalven von sich gab. Der überaus amüsante Abend lebte vom steten Wechsel von Frauenkabarett - zynisch auch "Lakenkabarett" genannt - und politischen Spitzen. Behauptungen wie: "Der Mann ist ein Gesamtkunstwerk, die Frau eine einzige Problemzone" folgten auf Geschichten über "Ede, den weiß-blauen Frauenverzauberer aus den Bergen".

Rotermunds Antwort bekam nahezu metaphorischen Charakter, als sie das männliche Verhalten mit dem von streunenden Hunden verglich: "Männer sind mehr wie Hunde. Sie streunen überall herum, hinterlassen Duftnoten, und da hab ich nicht von ihren Socken gesprochen." Uta Rotermund gab dem Abend eine, wenn man so will, ureigene "kabarettistische Duftnote": ein Geruch aus guten Pointen, gekonntem Witz, einer Spur Bissigkeit und vor allem einer guten Portion Selbstironie.

Denise Perrevort-Elkemann

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