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Musik mal kühn, mal zart

Auftakt der Reihe «Klassik im Münsterland» im Ahauser Schloss

22.05.2007

«In residence» steht diesmal die «Deutsche Kammerakademie Neuss am Rhein», ein Orchester, das sich vielfach einen Namen gemacht hat durch die Pflege nach ausgefallenen Repertoires. So stand auch ein seltener zu hörendes Werk am Anfang: Telemanns Suite «Les nations anciens et modernes», gescheit damalige alte und neue Musikstile samt der Hamburger Nachbarstaaten parodierend. Lavard Skou-Larsen leitete sein Orchester durch die experimentelle Partitur mit vorzüglichem historischen Gestus (Bogenführung, manche Fingersätze); nur stellenweise (Menuette) klang es eher philharmonisch als barock. Der modernen Musik Telemanns, vermittelt durch Vater Leopold, verdankte Mozart manche Anregung. Von ihm schloss sich an sein Klavierkonzert KV 415 (in der Streicherfassung), Musik voller Kühnheit und Zartheit, und ebenso kontrastreich auch gespielt. Als Solist wirkte der junge Evgeni Bozhanov, vollkommen versiert lieferte er einen pointierten und motorischen Mozart mit spannenden persönlichen Zugriffen. Nach der Pause gings leichter zu mit Mozarts «Serenata notturna», ein Unikum für Streicher und Pauken, drei beglückende Sätze Unterhaltungsmusik von höchstem Niveau, wunderbar musiziert. Zuletzt von Vater Leopold Mozart die G-Dur-Kassation, ein humoriges Stück mit Spielzeug-Instrumenten. Ernste Damen und Herren tröteten und ratschten mit Vergnügen unsaubere Töne zum frischen Streicher-Klang der Kammerakademie, die unter Soku-Larsen (nicht ganz Partiturtreu) das kleine Auditorium vor dem herzlichen Schlussapplaus zum Lachen brachte. Bernd Sikora

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