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"Sonst würde was fehlen"

Wüllen Das liebe Klima hatte es den Jecken des Klein-Kölner Karnevals offensichtlich angetan - passend dazu öffnete Petrus die Schleusen über 33 Wagen und 42 Fußgruppen sowie Tausende von Narren. Die ließen sich den Spaß nicht verderben, sondern ließen mit ihren Schirmen den Rosenmontagsumzug in Wüllen noch bunter strahlen als er ohnehin schon ist.

04.02.2008

"Sonst würde was fehlen"

<p>Da jubelte der "Radprofi" auf dem Karnevalswagen. Ein bisschen Blutdoping und schon ist der jecke "Sportler" zu Höchstleistungen bereit.</p>

Dass Fernwärme auch positive Seiten mit sich bringt, zeigte die Nachbarschaft Am Kalkbruch. "Heiße Zone" stand in fettem Lettern auf ihrem Wagen. Denn die Energie unter der Erde bringt im Winter den Schnee wie von Zauberhand zum Schmelzen, so dass Salz streuen völlig überflüssig wird. Die Erderwärmung bereitete der KLJB Sorge: "Wenn Holland nicht wär, läg Wüllen am Meer" war sie sich einig.

Rettendes Land

Die Antwort der niederländischen Nachbarn folgte in Form eines überdimensionalen Fernglasguckers, der umgeben vom Wasser offenbar nach dem rettenden Land Ausschau hielt. Was die Niederländer ganz sicher auf ihrer Tour durch Wüllen erspäht haben, war Eisbär Knut, der es sich auf einem Eisberg bei der Nachbarschaft Kaikhoff gemütlich gemacht hatte. Auf wärmere Zeiten hofften die Mexikaner - und vielleicht auch die Nikoläuse, die sich unter das Gefolge von Andreas I. und Mechtild V. gemischt hatten. Ganz sicher aber Marianne und Renata aus Brasilien, die zum ersten Mal dem Wüllener Karneval frönten - und bei den turbulenten Blue Man Groupies mit an den Start gingen. Wegen des nasskalten Wetters waren beide froh, dass ihr Kostüm mehr Wärme bot als es bei den brasilianischen Tänzerinnen in ihrer Heimat üblich ist.

Aufs Baden im Freibad muss Kreggeln Hook im Sommer wegen der Großbaustelle verzichten. Traurig waren die Narren nicht - ist doch noch genug Platz im hauseigenen Fass. Überhaupt lassen sich die Narren in Klein-Köln nichts gefallen. Haben sie auch gar nicht nötig. Sind sie doch an Eleganz nicht zu überbieten, wie die feinen Damen und lässigen Herrn von Neu Berlin, die im Biedermeierlook durch die Straßen stolzierten. Das Rauchverbot nahmen die Jecken gleich mehrfach auf die Schippe. So hieß es bei den Schakasullus "An der Theke bei Bier und Wein muss eine Zigarette sein". Wenig gesund ging es auch bei den Doping-Radsportlern von T-Mobile zu. Trotzdem: Einmal Wüllener Karneval, immer Wüllener Karneval dachten sich auch acht jecke Weiber aus Heek, die sich die schunkelnden und singenden Narren am Wegesrand gemischt hatten.

Tradition

Seit dreißig Jahren halten sie dem Wüllenske Wind schon die Treue: "Das ist Tradition. Sonst würde was fehlen", waren sie sich einig. "Auswandern" kommt auch für die Nachbarn aus Uss 'n hook nicht in Frage: Denn "Ist Australien auch noch so fein. Wir wollen in Wüllen sein."

Text und Fotos: Bernhard Mathmann und Katrin Herbers. Mehr Fotos im Internet.

www.westline.de/go/karneval- wuellen

"Sonst würde was fehlen"

<p>"Kamelle für alle" - Andreas I. und Mechtild V. ließen ihr närrisches Gefolge in Klein-Köln an ihrem süßen Reichtum teilhaben. Auch heute feiern viele Wüllener Narren noch einmal ausgelassen, bevor am Aschermittwoch alles vorbei ist.</p>

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