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Studieren probieren

Ahaus Fünf Minuten vor Vorlesungsbeginn. Die Aula des Alexander-Hegius-Gymnasiums ist von erwartungsvollem Gemurmel der Studenten erfüllt. Die Ahauser Kinder-Uni startet gleich in das neue Semester.

11.02.2008

"Kinder an die Macht! - Welche Rechte haben die Kinder?", lautet an diesem Montagnachmittag das Thema, zu dem der Politiker und Bildungsexperte Prof. Dr. Thomas Sternberg (Foto) sprechen wird. Die zehnjährigen Studenten Jan-Hendrik und David phantasieren in der ersten Reihe schnell noch, was wäre, wenn sie die Macht hätten: "Mehr Geld, niedrige Spritpreise, eine saubere Schule..." Doch schon geht es los: Im Sauseschritt führt Sternberg von der Länderkunde Nordrhein-Westfalen, über die Zusammensetzung des Landtages und einem Parforceritt durch die Familien- und Bildungspolitik in die Schuldenfalle. "Ihr müsste jeden Tag 13 Mal eine Million im Lotto gewinnen, nur um die Zinsen eines Tages zahlen zu können." Und wie an der richtigen Uni verschont Sternberg die jungen Studenten nicht mit Folien mit Zahlenkolonnen, Grafiken und Diagrammen. Nur die Krise der WestLB lässt er lieber aus: "Das ist zu kompliziert. Das erzähle ich euch nicht. Nur soviel: Das ist eine ganz traurige Sache. Da haben wir alle viel Geld verloren." Geduldig hören die Kinder zu - doch dann spricht der Professor plötzlich über die Armut in Südamerika, über Kinderarbeit in Asien und über Kinderso ldaten in Sierra Leone - durch die Reihen der Kinder geht spürbar ein Ruck. Später zeigen die Fragen, dass diese Themen die Kinder besonders berühren. Und sie spitzen die Ohren, als Sternberg die Frage stellt, wie denn Kinder Politik machen können. "Ein Wahlrecht für Kinder, das von den Eltern ausgeübt wird, wäre eine gute Sache", meint Sternberg. Wichtiger aber sei es, aktiv zu werden, sich einzumischen und sich für andere einzusetzen in der Schule oder im Verein.

Wie im Flug ist die Vorlesungsstunde vorüber. Und Jan-Hendrik und David sind voll des Lobes für den Professor: "Das war sehr gut, wie der das alles erklärt hat." Und dann sagt Jan-Hendrik etwas verlegen: "Das ist jetzt vielleicht doof, aber wir möchten gerne noch ergänzen, was wir vor der Vorlesung gesagt haben. Wir würden uns nämlich auch wünschen, dass Familien nicht auseinander gerissen werden, und dass die Armut überall in der Welt bekämpft wird." gro

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