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Traumberuf Tierpflegerin

Wüllen Sander legt den Kopf auf die Seite, als die Drahtbürste durch sein seidiges langes Haar fährt. Der vier Jahre alte Münsterländer genießt ganz offensichtlich die Fellpflege. Und Julia Steggemann genießt in diesen Momenten ihre Arbeit ganz besonders.

29.02.2008

Traumberuf Tierpflegerin

<p>Julia Steggemann mit Münsterländer Sander, dessen Besitzer verstorben ist. Er wartet nun im Tierheim auf ein neues Herrchen. MLZ-Fotos (3) Grothues</p>

Die 23-Jährige ist frischgebackene Tierpflegerin - die erste überhaupt, die das Ahauser Tierheim ausgebildet hat. Soeben hat Julia ihre Prüfung bestanden: "Mit einer Zwei", wie Tierheimchefin Helene Heitmann nicht ohne Ausbilderstolz anmerkt. Und Julia ist sich sicher, einen Traumberuf gefunden zu haben. Sie weiß wovon sie spricht: In ihrem ersten Berufsleben war die Stadtlohnerin gelernte Kauffrau im Groß- und Außenhandel. "Ich habe die Ausbildung auch abgeschlossen, aber ich wusste schon bald, dass der Beruf mich nicht glücklich macht."

Die Arbeit mit Tieren schon eher. "Wir hatten zuhause immer Hunde, Katzen, Gänse, Enten und Hühner. Da bin ich mit groß geworden." Nach einem Praktikum im Tierheim in Quantwick stand der weitere Berufsweg fest.

Julias Glück: Kurz zuvor hatte Helene Heitmann von der IHK Westfalen Nord die Anerkennung als Ausbildungsbetrieb erhalten. "Ich bin zwar keine Meisterin, aber ich habe 26 Jahre Berufserfahrung und etliche Fortbildungen hinter mir." An Bewerberinnen - Bewerber gibt es kaum - mangelt es nicht. "Wir werden überschüttet mit Anfragen." Viele Interessentinnen machten sich jedoch ein falsches Bild: Tierpflegerinnen haben mehr zu tun, als Hunde auszuführen und Katzen streicheln. Nach dem Füttern am Morgen müssen erst einmal die Boxen gereinigt werden. Dann wartet schon die Büroarbeit. Und nachmittags kommt die Kundschaft. "Tierpfleger", so weiß Helene Heitmann, "müssen vor allem auch ein Händchen für Menschen haben, damit sie die Tiere in die richtigen Hände geben können".

Hamster und Boa

Und es gibt immer wieder Außeneinsätze, berichtet Julia Steggemann. Auch der besonderen Art: "Einmal mussten wir 48 ausgesetzte Hamster bergen, ein anderes Mal eine Boa Constrictor - Gottseidank war es kalt, so dass sie sich kaum bewegen konnte." Solche Exoten bleiben allerdings nicht in Quantwick, sondern werden an Spezialisten weitergegeben. Dabei werden Tierpfleger, mitunter begleitet von Polizei und Kreisveterinären, auch mit traurigen Tierschicksalen konfrontiert, wenn die Halter gleichgültig oder überfordert sind.

Und was macht Julia Steggemann, wenn sie von einem harten Arbeitstag vom Tierheim nach Hause kommt? "Als erstes gehe ich in den Wald - mit meinen beiden Hunden." gro

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