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Väter zum Anfassen gefragt

Ahaus Viele Mütter und auch einige Väter belegten im Vortragssaal der Villa van Delden alle Sitzplätze, um Antworten auf die Frage zu bekommen: Machen Mütter Männer? Als Expertin für diese offenbar drängende Problematik referierte Gabriele van Stephaudt, Sozialpädagogin der Frauenberatungsstelle Beckum und Trauma-Beraterin.

20.02.2008

Väter zum Anfassen gefragt

<p>Gabriele van Stephaudt mit Publikum beim Frauenforum in der Villa van Delden auf Einladung von Sybille Großmann, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Ahaus. Meisel-Kemper</p>

Stephaudt hatte in ihrem Impulsvortrag keine Patentlösungen parat trotz vieler Befragungen von Jungen in der Pubertät, dennoch war es ein kurzweiliges Hörvergnügen mit hohem Wiedererkennungswert für die eigene familiäre Situation.

Ausgangspunkt war die Öffentlichkeit, die der Mutter allein die Schuld in die Schuhe schiebe, wenn der Sohn gewalttätig werde. Klassische Verhaltensmuster von Jungen und Mädchen gebe es nur in der Bewertungsskala der Öffentlichkeit. Die Findung des eigenen Verhaltensmusters sei dadurch für beide Geschlechter erschwert.

Immer noch werde die Hauptaufgabe der Frau als Mutter und in der Familie gesehen. Die gleichzeitige Berufstätigkeit bedeute den Spagat zwischen vielen Rollen der Frau. Ehen gingen heute viel schneller in die Brüche. Mütter stehen allein da mit der Erziehung der Kinder.

"Bei einer Tochter weiß ich, was ihr auf dem Weg zur Frau blüht", so Stephaudt. Doch wie begleitet eine Mutter ihren Sohn? - In Filmen werden Männer als mutig, hart im Nehmen, durchsetzungsfähig skizziert. Im Sport müssen sie häufig den Schmerz einer Verletzung unterdrücken. Der spätere Familienmann solle dennoch emotional kompetent, gefühlvoll, sprachgewandt sein.

Fehle der Vater, fehle dem Jungen auch die vorgelebte Rolle des Mannes. "Was Jungs brauchen, ist ein Vater zum Anfassen", so Stephaudt. Falsch sei es, wenn die Mutter aus dem Sohn den Wunschmann mache, der der eigene Ehemann nie war. Wichtig sei es, Interesse am Jungen zu zeigen, an seinen Hobbys und seinen Problemen. Zuhören ohne Bewertung gehöre auch dazu. emk

Gleichstellungsbeauftragte Sybille Großmann hält auf Nachfrage eine Literaturliste zum Thema bereit, Tel. (0 25 61) 7 21 60.

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