„Albtraum-Täter“ attackiert schlafenden Wohnungsnachbarn mit einer Axt

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Ein Bochumer kippt Unmengen an Bier und Wodka in sich rein, bricht nachts bei einem Nachbarn ein und geht mit einer Axt auf einen schlafenden Mann los. Jetzt wurde der „Albtraum-Täter“ verurteilt.

Bochum

, 12.05.2020, 17:31 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fünf Monate nach einem unheimlichen Axt-Angriff auf einen schlafenden Wohnungs-Nachbarn (21) ist ein Chemikant aus Bochum zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Einen Teil der Strafe soll der zur Tatzeit stark betrunkene 22-Jährige in einer geschlossenen Entziehungsanstalt verbüßen.

Es müssen Szenen wie aus einem Horror-Schocker gewesen sein, die sich am 10. Dezember 2019 nachts in einem Mietshaus in Bochum abgespielt haben. Der von einem Trinkgelage mit 18 Halbliter-Dosen Bier und fast einer Flasche Wodka nahezu völlig benebelte Angeklagte (deutlich mehr als zwei Promille) soll gegen 2.30 Uhr erst bei seinem Wohnungsnachbarn Sturm geklingelt und die Tür aufgebrochen haben.

Schwere Verletzungen im Gesicht, an der Schulter und an der Hand

Dann soll der mit einem Fleischermesser und einer Axt bewaffnete 22-Jährige sofort wie von Sinnen auf den auf der Couch liegenden Bruder des Wohnungsinhabers eingestochen und -geschlagen haben. Der 21-Jährige erlitt dramatisch schwere Verletzungen im Gesicht, an der Schulter und an der Hand, musste mehrfach operiert werden. Das Gesicht des 21-Jährigen ist bis heute von Narben gekennzeichnet, einer seiner Finger gelähmt.

Rätselhaft und unheimlich: Eine Erklärung für die Bluttat gibt es nicht. „Ich habe keinen Grund dafür gehabt, hatte kein Motiv“, sagte der Angeklagte am Dienstag am Bochumer Landgericht selbst. Bis heute könne er sich nicht erklären, wie die Axt überhaupt in seine Hände gekommen ist. Die Erinnerungen seien komplett ausgelöscht – absoluter Filmriss. An das Opfer, das versprach der 22-Jährige vor Gericht, soll jetzt aber ein angemessenes Schmerzensgeld gezahlt werden.

„Es ist sinnvoll, dass ich die Therapie mache“

Der psychisch instabile Angeklagte, der sich vor Gericht höflich, reuig und einsichtig präsentierte, hatte schon einige Zeit vor der Axt-Attacke innerlich den Halt verloren, sich häufig selbst verletzt und sich dabei vor allem auch in die maßlose Trinkerei geflüchtet. Durch den Aufenthalt in der Entziehungsanstalt will er einem Rückfall vorbeugen. „Es ist sinnvoll, dass ich die Therapie mache. Alleine schon, um zu verhindern, dass sowas nochmal passiert“, sagte er am Dienstag den Bochumer Richtern.

Das Urteil lautet auf schwere und gefährliche Körperverletzung.

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