Amazonas: Schlimmste Regenwaldbrände seit 13 Jahren

Umwelt

Im Amazonas-Gebiet gab es im Mai mehr Brände als in den letzten 13 Jahren. Satellitenbildern zufolge waren es mit Beginn der Trockenzeit im Mai mehr als 2200.

Sao Paulo

04.07.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Laut dem Nationalen Institut für Weltraumforschung Inpe sind bei der Auswertung von Satellitenbildern im Amazonas-Gebiet im Mai 2020 mehr als 2200 Brände registriert worden.

Laut dem Nationalen Institut für Weltraumforschung Inpe sind bei der Auswertung von Satellitenbildern im Amazonas-Gebiet im Mai 2020 mehr als 2200 Brände registriert worden. © picture alliance/dpa

Mehr als 2200 Brände hat das Nationale Institut für Weltraumforschung Inpe bei der Auswertung von Satellitenbildern im Amazonas-Gebiet im Mai registriert. Das sind dem Inpe zufolge fast 20 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum - und so viele wie seit dem Mai 2007 nicht mehr. Damals waren es mehr als 3500 Feuer. Mehr als 2000 Quadratkilometer Regenwald sind zwischen Januar und Mai abgeholzt worden.

Mit dem Beginn der Trockenzeit in Amazonien schrillen bei Umweltschützern und Klima-Aktivisten für gewöhnlich die Alarmglocken. Sie und auch Wissenschaftler waren in diesem Jahr jedoch bereits zuvor schon davon ausgegangen, dass in der Corona-Krise die Kontrollen der Behörden nachgelassen haben. Kritiker werfen der Regierung von Präsident Jair Bolsonaro zudem vor, Abholzung und Brandrodung zu befeuern.

Regierung befürwortet Zerstörung des Regenwaldes

Umweltminister Ricardo Salles zufolge sollte die Regierung es ausnutzen, dass die Aufmerksamkeit der Gesellschaft auf das Coronavirus gerichtet ist, um Umweltvorschriften für Amazonien zu lockern, ohne einen Aufschrei zu erzeugen. „Wir haben in diesem Moment die Gelegenheit, alle Regelungen zu ändern und die Vorschriften zu vereinfachen“, sagte Salles im April.

Der rechte Bolsonaro ist ein Befürworter der wirtschaftlichen Ausbeutung Amazoniens. Er geriet wegen der verheerenden Brände im Amazonas-Gebiet im vergangenen Jahr heftig in die Kritik. Ihm wird vorgeworfen, die Zerstörung in Kauf zu nehmen, um neue Flächen für Landwirtschaft, Viehzucht und Bergbau zu erschließen.

RND