Ampel-System soll Kundenströme bei Aldi überwachen

Coronavirus

Mit einem digitalen Ampel-System will Aldi Süd künftig die Zahl der Menschen in seinen Filialen begrenzen. Auch andere Discounter könnten nachziehen.

28.04.2020, 15:22 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ein digitaler Hinweis steht am Eingang einer Filiale des Disdcounters Aldi Süd. Alde Süd stattet rund die Hälfte seiner 1930 Filialen mit einem digitalen System zur Zutrittskontrolle aus.

Ein digitaler Hinweis steht am Eingang einer Filiale des Disdcounters Aldi Süd. Alde Süd stattet rund die Hälfte seiner 1930 Filialen mit einem digitalen System zur Zutrittskontrolle aus. © picture alliance/dpa

Um künftig auf Sicherheitspersonal an der Tür verzichten zu können, plant Aldi Süd den Einsatz eines digitalen Zähl-Systems. Sensoren an den Ein- und Ausgängen sollen dabei die Kundenzahl im Laden in Echtzeit überwachen. „Das Zugangssystem gewährleistet, dass die Auslastungshöchstgrenzen in unseren Filialen nicht überschritten werden“, wird Aldi-Manager Malte Kuhn in einer Pressemitteilung zitiert.

Insgesamt will der Discounter die Hälfte seiner knapp 2000 Filialen mit den Sensoren ausstatten. Die Filialmitarbeiter werden dabei automatisch über eine App, per SMS oder Anrufe über die Auslastung informiert. In einzelnen Filialen soll ein Ampel-System oder eine Bildschirmanzeige getestet werden, die die Kunden über die Auslastung der Filiale informiert und so den Zugang steuert.

Kontrollsystem in der Schweiz bereits installiert

In jedem Bundesland, teilweise sogar in den Kommunen, gibt es für Supermärkte während der Corona-Krise verschiedene Auflagen. Sie regeln, wie viele Kunden sich gleichzeitig in einer Filiale aufhalten dürfen. Mancherorts ist pro 20 Quadratmeter nur ein Kunde im Markt zugelassen. Mithilfe des digitalen Erfassungssystems könne Aldi Süd gewährleisten, dass die notwendigen Abstandsregeln eingehalten werden, heißt es in der Mitteilung des Unternehmens.

Das System wurde von der Stuttgarter Technologie-Firma Sensalytics entwickelt. Es kommt im Handel, auf Flughäfen, Restaurants und Messen zum Einsatz, um etwa die Auslastung von Flächen zu analysieren. In der Schweiz hat Aldi Süd die digitalen Einlasskontrollen bereits eingeführt. In 110 gut besuchten Filialen werden Kunden über einen Monitor hereingebeten oder bei hoher Auslastung zum Warten aufgefordert.

Wie die „Welt“ berichtet, gebe es aktuell auch bei Lidl, Edeka und DM Überlegungen über den Einsatz eines entsprechenden Zählsystems. Rewe hingegen setzt laut der Zeitung weiter auf eine analoge Lösung: „Die Regulierung über die Anzahl der Einkaufswagen/-körbe beziehungsweise durch den Einsatz von Security-Personal hat sich aus unserer Sicht bewährt.“

RND/mkr/mit dpa

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