Armin Laschet (CDU): „Judenhass, Ausgrenzung und Diskriminierung haben hier keinen Platz!“

Auschwitz-Gedenkstunde

„Nie wieder“ ist die Hoffnung bei der Auschwitz-Gedenkstunde im NRW-Landtag. Ministerpräsident Laschet macht klar: Diskriminierung beginnt im Kleinen - im Internet und auf den Schulhöfen.

Düsseldorf

26.01.2020, 15:24 Uhr / Lesedauer: 2 min
Armin Laschet (CDU): „Judenhass, Ausgrenzung und Diskriminierung haben hier keinen Platz!“

Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) mahnt in einer Gedenkstunde im NRW-Landtag: „Judenhass, Ausgrenzung und Diskriminierung haben hier keinen Platz! © Federico Gambarini/dpa

75 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz haben sich Vertreter von Kirche, Politik und Gesellschaft in NRW besorgt über zunehmende Judenfeindlichkeit und die Diskriminierung von Minderheiten gezeigt.

Ministerpräsident Laschet mahnt in Gedenkstunde im Landtag

Die Erfahrung des Holocaust lehre, „dass wir bereits den Anfängen wehren müssen und nie wieder zulassen dürfen, dass in unserer Gesellschaft Minderheiten aufgrund von Religion, ethnischer Herkunft, sexueller Orientierung oder sonstigen Merkmalen diskriminiert werden“, heißt es in einer am Sonntag veröffentlichten gemeinsamen Erklärung.

Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) mahnte in einer Gedenkstunde im Landtag: „Judenhass, Ausgrenzung und Diskriminierung haben hier keinen Platz! Nicht auf den Straßen, nicht im Internet und nicht auf unseren Schulhöfen - nie wieder! „Nie wieder“ muss in jedem unserer Köpfe tief verankert sein, „nie wieder“ muss unser aller Handeln und Entscheiden prägen, „nie wieder“ muss Teil der Staatsräson sein.“

Synagogen-Gemeinde: Junge Generationen müssen erreicht werden

Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde Köln, Abraham Lehrer, rief dazu auf, vor allem der jungen Generation die Bedeutung des Erinnerns zu vermitteln. „Wenn wir junge Menschen nicht erreichen, dann sind sie für unsere Demokratie verloren.“

Laschet nannte es ein „bedeutendes Zeichen“, dass Juden, Christen, Muslime, Arbeitnehmer, Arbeitgeber und die Landesregierung eine gemeinsame Erklärung zum Kampf gegen Antisemitismus und Rassismus unterzeichnet hätten.

Niemand darf bei Diskriminierung wegesehen

Darin hieß es: „Immer wieder fragen wir uns, wie es möglich war, dass in unserem Land zunächst jüdische Gotteshäuser geschändet und niedergebrannt, dass Menschen aus der Mitte der Gesellschaft verprügelt, gedemütigt, eingesperrt, schließlich aus Deutschland und ganz Europa in Konzentrationslager verschleppt und ermordet wurden“.

Deshalb dürfe heute niemand wegsehen, „wenn Menschen aus der Mitte unserer Gesellschaft wegen ihrer Religion oder ihrer Herkunft diskriminiert, benachteiligt oder bedroht werden, wenn Hass gesät, die Gesellschaft entzweit wird und Gruppen gegeneinander aufgebracht werden“.

Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz jährt sich zum 75. Mal

An diesem Montag jährt sich zum 75. Mal die Befreiung des deutschen Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz im von Hitler-Deutschland besetzten Polen durch die Rote Armee.

Allein dort brachten die Nationalsozialisten mehr als eine Million Menschen um. Der Holocaust kostete insgesamt rund sechs Millionen Juden das Leben. Sie wurden von den Deutschen erschossen und in Gaskammern ermordet oder starben an den Folgen von Hunger, Krankheit und Erschöpfung.

dpa

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