Aus Altlastenfläche in Reken könnte eine Industriefläche werden

hzGewerbegebiet Bahnhof Reken

Soll eine Altlasten-Fläche im Bahnhof Rekener Gewerbegebiet in eine Industriefläche umgewandelt werden? Ein Erdbau-Unternehmen stellt Pläne für die Ansiedlung einer Abfallbehandlungsanlage vor.

von Tim Schulze

Reken

, 19.08.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die mögliche Umwandlung eines zirka zwei Hektar großen Geländes in eine Industriefläche im Bahnhof Rekener Gewerbegebiet ist Thema in der Sitzung des Planungs-, Umwelt- und Bauausschusses am Dienstag, 25. August. Das Gremium trifft sich um 17 Uhr im Reken-Forum.

Zum Hintergrund: Es handelt sich um die als Altlast gekennzeichnete Fläche der ehemaligen Lehmteiche der alten Ziegelei, die seinerzeit als Hausmülldeponie verfüllt wurden. Diese möchte ein Rekener Unternehmen aus dem Bereich Erdbau und Abbruch kaufen und herrichten, um dort eine Abfallbehandlungsanlage anzusiedeln. Benachbarte Gewerbetreibende und Anwohner hatten gegen eine Umwandlung in eine Industriefläche protestiert. Sie fürchten unter anderem mehr Lärmbelastung und Staub sowie einen Wertverlust ihrer Grundstücke.

Jetzt lesen

Während SPD und Grüne beim Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplans im Mai 2019 noch mit Ja gestimmt hatten, hatten die beiden Ratsfraktionen im Juni dieses Jahres beantragt, das Verfahren, bei dem eine Umwandlung geprüft wird, zu stoppen. Die Argumente der Gewerbetreibenden und Anwohner, die an die Fraktionen herangetreten waren, seien überzeugend gewesen, hieß es.

Kartierung erfolgt

Mit den Stimmen der CDU-Mehrheitsfraktion hatte der Ausschuss im Juni beschlossen, dass zunächst die Ergebnisse aus den Fachgutachten, die die Gemeinde in Auftrag gegeben hat, abgewartet werden sollen. Der Antrag von Grünen und SPD fand keine Mehrheit. Die Gutachten zu etwaigen Immissionen und Artenvorkommen liegen jedoch bis dato noch nicht vor. Die artenschutzrechtliche Kartierung muss bis 30. September erfolgt sein. Die Ergebnisse werden in einem Umweltbericht zusammengefasst.

In der Vorlage zur Sitzung am kommenden Dienstag schreibt die Gemeindeverwaltung, dass das interessierte Unternehmen eine Machbarkeitsstudie samt Immissionsschutzgutachten vorgelegt habe. Demnach umfasse das Vorhaben unter Berücksichtigung der Immissionshöchstgrenzen eine neu anzulegende Zufahrt zu dem Grundstück über die Kreisstraße „Alte Ziegelei“ sowie umfassende Schallschutzmaßnahmen und Betriebszeitenbegrenzung.

Pläne werden vorgestellt

Bürgermeister Manuel Deitert kündigt an, dass das Unternehmen seine Pläne für die Ansiedlung der Abfallbehandlungsanlage in der Sitzung vorstellen wird. Er ergänzt, dass der Bau der Anlage nur dann möglich sei, wenn das Gebiet in eine Industriefläche umgewandelt wird.

Falls die Politik sich jedoch entschließe, die Prüfung einer möglichen Umwandlung zu stoppen, könne man die Weiterentwicklung als Gewerbefläche forcieren, erklärt der Verwaltungschef. Wichtig sei ihm aber auch hier, dass eine zusätzliche Zufahrt von der Kreisstraße „Alte Ziegelei“ zur lange Zeit als Lagerplatz genutzten alten Deponie geplant werde.

Richtwerte müssen eingehalten werden

Deitert betont, dass die Gemeinde die geäußerten Bedenken von benachbarten Gewerbetreibenden und Anwohnern bezüglich einer Umwandlung ernst nehme. „Das Argument, dass nicht absehbar ist, welche Folgen die Ausweisung einer Industriefläche in zehn oder 20 Jahren hat, ist verständlich“, sagt Deitert. Er weist gleichwohl darauf hin, dass auch bei einer Industriefläche die gesetzlich vorgegebenen Immissionsrichtwerte eingehalten werden müssen.

Lesen Sie jetzt