Australien: Schockierendes Foto von verbranntem Babykänguru

Buschbrände

Australien brennt weiter. Die Zahl der Toten steigt – sowohl bei Menschen als auch bei Tieren. Ein Foto eines kleinen verbrannten Kängurus erschüttert.

Canberra

06.01.2020, 08:39 Uhr / Lesedauer: 2 min
Australien: Schockierendes Foto von verbranntem Babykänguru

Die verheerenden Wald- und Buschbrände in Australien haben Millionen Tiere getötet. © picture alliance/dpa

Hunderte Millionen Tiere wurden bei den Buschbränden in Australien nach Schätzungen bereits getötet, darunter Tausende Koalas. Zurzeit sorgt jedoch vor allem das Bild eines verbrannten Kängurus für Erschütterung.

Dem Bild zufolge, das der Fotograf Brad Fleet auf Instagram postete, handelte es sich noch um ein Jungtier – es ist nicht besonders groß. Das Babykänguru blieb vermutlich in einem Stacheldrahtzaun hängen und verbrannte dort. Das legt das Foto zumindest nahe – denn die verkohlte Tierleiche hängt immer noch in dem Zaun.

Gegenüber dem „Spiegel“ bestätigte Fotograf Fleet, der für die australische Nachrichten-Website „The Advertiser“ arbeitet, die Echtheit des Fotos. Es sei demzufolge vergangene Woche in Cudlee Creek entstanden, in der Nähe der Stadt Adelaide im Bundesstaat Südaustralien.

„Ich bin entlang eines Flussbetts in das komplett zerstörte Gebiet gefahren“, sagte Fleet dem Magazin. „In dem Tal gab es keine Farben mehr, alles war braun und schwarz.“ Man habe die toten Tiere riechen können. „Für die Tiere, die überlebt haben, wird es von jetzt an noch schwieriger“, sagte er. Das Feuer habe ihnen jegliche Lebensgrundlage genommen.

Horrorwochenende in Australien

Doch nicht nur die Tiere, sondern auch die Menschen in den Feuergebieten von Australien haben ein Horrorwochenende hinter sich. Die Zahl der Toten stieg auf 24, ganze Landstriche brannten nieder. Der Schrecken nimmt noch kein Ende. In der Hauptstadt Canberra schlossen Läden und öffentliche Einrichtungen wegen des Rauchs und der Luftverschmutzung. Die Schutzmasken wurden knapp.

Ein 47-Jähriger erlitt einen tödlichen Herzinfarkt, als er südwestlich von Canberra ein Grundstück vor der Feuersbrunst schützen wollte, wie die Polizei des Bundesstaates New South Wales mitteilte. Auf der Känguruinsel, einem beliebten Urlaubsziel im Bundesstaat Südaustralien, starben zwei Menschen durch die Brände.

Premierminister reiste in den Urlaub nach Hawai

Die Feuer wüten seit Oktober und haben landesweit mittlerweile eine Fläche von mehr als sechs Millionen Hektar zerstört, größer als die Niederlande. Australiens Premierminister Scott Morrison kündigte an, 3000 Reservisten der Streitkräfte zu mobilisieren.

Der konservative Politiker, ein Förderer der Kohleindustrie, steht wegen seines Krisenmanagements in der Kritik. Er war während der Feuer zum Urlaub nach Hawaii gereist. Vergangene Woche wurde er bei einem Besuch im Brandgebiet als „Idiot“ beschimpft.

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