Australiens Katastrophe: 3000 Reservisten sollen Brände bekämpfen

Lodernde Waldbrände

Australiens Premier Morrison mobilisiert 3000 Reservisten der Streitkräfte, um die verheerenden Brände zu bekämpfen. Deshalb könnte sich die Feuerkatastrophe am Wochenende noch ausweiten.

Canberra

04.01.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Australiens Katastrophe: 3000 Reservisten sollen Brände bekämpfen

Australiens Premier Morrison mobilisiert 3000 Reservisten der Streitkräfte, um die verheerenden Brände zu bekämpfen. © Dean Lewins/AAP/dpa

Im Kampf gegen die verheerenden Brände in Australien will Premierminister Scott Morrison 3000 Reservisten der Streitkräfte mobilisieren.

Zudem würden 20 Millionen australische Dollar (rund 12,45 Millionen Euro) zur Verfügung gestellt, um zusätzlich vier Löschflugzeuge zu leasen, kündigte Morrison am Samstag in Canberra an. Verteidigungsministerin Linda Reynolds sagte, erstmals in der Geschichte des Landes gebe es einen Pflichteinsatz für Reservisten.

Premier Morrison wird beschimpft

Premierminister Morrison gilt als Kohleförderer. Er sieht die Brände als Naturkatastrophe und lehnt es ab, seine Klimapolitik ihretwegen zu ändern. Er wurde dafür kritisiert, dass er während der Krise nach Hawaii flog; er brach seinen Urlaub daraufhin ab. Bei einem Besuch in Cobargo im Feuergebiet war Morrison am Donnerstag beschimpft worden.

Derweil starben auf der Känguru-Insel, einem beliebten Urlaubsziel im Bundesstaat South Australia, zwei Menschen durch die Brände, wie die Behörden bekannt gaben. Damit erhöhte sich die Zahl der durch die Feuer landesweit ums Leben gekommenen Menschen auf mindestens 21.

Temperaturen von bis zu 46 Grad können Lage verschlimmern

Wegen der Buschfeuer wurden Tausende Menschen aus mehr als zwei Dutzend Küstenstädten im Südosten des Landes in Sicherheit gebracht. Den Behörden zufolge war dies die größte Evakuierungsaktion in der Geschichte Australiens in Friedenszeiten.

Die Buschfeuer auf dem Kontinent wüten bereits seit Oktober. Mehr als fünf Millionen Hektar Land sind abgebrannt, das entspricht ungefähr der anderthalbfachen Fläche Belgiens. Samstag könnte sich die Lage bei Temperaturen von bis zu 46 Grad weiter zuspitzen. Blitze könnten neue Feuer entfachen.

RND/dpa