Autor des „Höckejugend“-Eintrags verlässt AfD-Nachwuchs

Parteijugend

Als „Höckejugend“ hatte ein Mitglied der Jungen Alternative (JA) den Nachwuchs der AfD in einer Bildunterschrift bezeichnet. Dafür gab es Kritik und Spott. Jetzt zieht der Autor Konsequenzen.

Berlin

01.02.2020, 12:15 Uhr / Lesedauer: 1 min
Autor des „Höckejugend“-Eintrags verlässt AfD-Nachwuchs

Björn Höcke, thüringischer Landeschef der AfD. © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Ein Mitglied der Jungen Alternative (JA) hat die AfD-Nachwuchsorganisation verlassen, nachdem er die Parteijugend als „Höckejugend“ bezeichnet hatte. Das geht aus einem internen Schreiben hervor, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Darin heißt es außerdem, der junge Mann sei nicht Mitglied der AfD gewesen.

Bildunterschrift „#Höckejugend“ sorgt für Kritik

Das Mitglied der AfD-Nachwuchsorganisation in Sachsen-Anhalt hatte am vergangenen Wochenende ein Foto von einem Treffen der JA mit Vertretern des rechtsnationalen „Flügels“ mit der Bildunterschrift „#Höckejugend“ veröffentlicht.

Nach massiver Kritik von Parteifreunden änderte die Junge Alternative Altmark später den Eintrag vom vergangenen Wochenende auf ihrer Facebook-Seite - bevor er schließlich komplett gelöscht wurde.

Spott für Junge Alternative

Der Thüringer AfD-Landeschef Björn Höcke ist Gründer des „Flügels“. Die rechtsnationale Strömung wird vom Bundesamt für Verfassungsschutz ebenso als Verdachtsfall im Bereich des Rechtsextremismus einstuft wie die Junge Alternative.

Die Nachwuchsorganisation der NSDAP trug den Namen Hitlerjugend, abgekürzt HJ. Der Begriff „Höckejugend“ war in den vergangenen Jahren gelegentlich in Äußerungen von AfD-Gegnern in sozialen Netzwerken verwendet worden. Dass er nun von einem JA-Mitglied als Bezeichnung für die Parteijugend benutzt wurde, war aus Sicht des JA-Vorstandes ein Fall von missglückter Ironie.

„Diese Truppe ist schlicht rechtsradikal.“

In sozialen Netzwerken zog die Junge Alternative damit Hohn und Kritik auf sich. Der CDU-Bundestagsabgeordnete kommentierte: „Diese Truppe ist schlicht rechtsradikal.“

RND/dpa