Baby in Haaksbergen wurde wohl mit Bademantel-Gürtel erwürgt

hzGerichtsprozess

Er wurde lebend geboren, lebte aber nicht länger als einen Tag. Baby Ivo wurde kurz nach der Geburt mit einem Gürtel eines Bademantels erwürgt. Das legte die Staatsanwaltschaft vor Gericht dar.

von Arjan te Bogt

Haaksbergen

, 03.08.2020, 13:04 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das tote Baby aus Haaksbergen erhielt am Montagmorgen vor Gericht erstmals einen Namen: Ivo. Der Junge wurde am Ostermontag in einem Haus in der Jan Vermeersstraat in Haaksbergen geboren. Aber er konnte dort nicht aufwachsen. Und dafür ist laut Staatsanwaltschaft die Mutter verantwortlich, wie die niederländische Zeitung Tubantia berichtet.

Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass die Mutter das Kind mit dem Gürtel ihres Bademantels getötet hat. „Alles deutet darauf hin“, sagte der Beamte, der darauf hinwies, dass das Baby rote Verletzungen um den Hals und einen blauen Fleck auf der Zunge hatte. Es gab auch eine acht Zentimeter lange Fraktur im Schädel und das Baby hatte „alle Arten von punktförmigen Verletzungen“.

Bademantel und Gürtel waren in der Waschmaschine

Die Forscher fanden sowohl den Bademantel als auch den Gürtel in der Waschmaschine. Sie waren bereits gewaschen worden, es sah so aus, als wollte die Frau das noch einmal machen. Linde de W. (30) wurde in Verhören damit konfrontiert, aber sie hatte keine Erklärung, sagte der Beamte. Sie sagte den Ermittlern: „Finden Sie es selbst heraus.“

Jetzt lesen

Wochenlang untersuchte die Polizei das Haus und die Umgebung. Das ergab, dass die Mutter die einzige war, die während der Geburt des Babys im Haus war. Nach dem Tod des Babys informierte sie ihren Partner nicht. Er sah erst, was passiert war, als er später nach Hause kam. Ob er der leibliche Vater ist, ist noch unklar.

Die Krankenakte der Frau wurde angefordert, aber laut Staatsanwaltschaft lieferte dies keine Hinweise.

Frau will nichts von der Schwangerschaft wissen

Die Frau selbst behauptete bei Verhören, nichts über die Schwangerschaft zu wissen. Die Frage, ob es sich um einen vorsätzlichen Mord handelt, bleibt Gegenstand der Untersuchung.

Linde de W. war selbst nicht vor Gericht anwesend. Sie hatte darauf verzichtet. Ihre Anwältin Mariska Pekkeriet beantwortete die vielen noch offenen Fragen nicht. Auch nach der Sitzung verzichtete sie auf Kommentare. Die Mutter des Babys bleibt bis zur Gerichtsverhandlung am 19. Oktober in Haft.

Lesen Sie jetzt