Bären beginnen mit Umzugs-Training

hzWildpark Anholter Schweiz

Im Herbst ziehen die Bären aus dem Anholter Bärenwald nach Schleswig-Holstein um. Der Umzug hat auch Tierschutzgründe.

von Josef Barnekamp

Isselburg

, 15.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Wenn ein Umzug ansteht, dann gibt es vieles vorzubereiten: Sachen sortieren, Kisten packen, Umzugshelfer bestellen. Wenn ein Freigehege mit fünf Bären umzieht, dann muss man erst einmal klären: Wie kriegt man die großen Tiere dazu, möglichst freiwillig in die Transportkiste zu gehen und sich in die neue Heimat bringen zu lassen?

Im Anholter Bärenwald hat deswegen jetzt das Training der drei Braun- und zwei Kragenbären begonnen, das die Tiere auf ihren baldigen Umzug ins Tier-, Natur- und Jugendzentrum Weidefeld vorbereitet. Mithilfe eines sogenannten „Klickers“ sollen die Tiere lernen in die Transportkisten zu gehen, die sie im Herbst dieses Jahres ins schleswig-holsteinische Weidefeld bringen.

Im dortigen Zentrum des Deutschen Tierschutzbundes entsteht aktuell eine Bärenanlage, die den Isselburger Bären Mascha, Maya, Ronja, Balou und Serenus eine neue, artgerechte Heimat bieten soll. Die Bären stammen alle aus Haltungen, in denen die Tiere nicht artgerecht untergebracht waren. Sie hätten einen „langen Leidensweg“ hinter sich, heißt es in einer Mitteilung des Deutschen Tierschutzbundes. Die Tiere sollen in der neuen, rund zwei Hektar großen Anlage in Weidefeld eine neue Heimat finden.

Mascha, Maya, Ronja, Balou und Serenus ziehen um

Wie berichtet, musste sich die International Bear Federation (IBF) als Träger des Anholter Bärenwaldes nach einer neuen Heimat für die Bären umschauen, weil der Pachtvertrag des IBF mit dem Wildpark Anholter Schweiz Ende des Jahres ausläuft (wir berichteten).

„Sobald die Bären sich der Kiste nähern oder sogar hineingehen, ertönt ein Klickerlaut und sie erhalten eine Belohnung. So verbinden sie die Transportkisten mit etwas Positivem“, erklärt Patrick Boncourt, Fachreferent für Bären am Tierschutzzentrum Weidefeld „Wir hoffen, dass die Bären mithilfe dieses Trainings am Umzugstag deutlich entspannter sind und vielleicht sogar von selbst in die Kisten gehen, sodass es keiner Betäubung bedarf.“

Wildpark Anholter Schweiz

Während die Tiere in Isselburg noch fleißig üben, schreiten die Bauarbeiten im Tierschutzzentrum laut einer Pressemitteilung stetig voran. „Derzeit entstehen die neue Zaunanlage sowie die Schieber, die den Bären die Bewegung von einem Anlagenabschnitt in einen anderen ermöglichen“, so Boncourt.

In Kürze wird zudem die Arbeit an den Badeteichen beginnen, in denen die Bären dann schwimmen können. Für den Umzug der Bären sei der Tierschutzbund auf Unterstützung angewiesen, heißt es abschließend.

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