„Balé de Rua“ fackeln ein optisch-akustisches Feuerwerk ab

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KÖLN Trainierte Körper. Tanz, Gymnastik, Athletik. Vorangepeitscht von Rhythmen, die ihr afrikanisches Erbe nicht verleugnen. Dazu eine Dosis Bilderpoesie und erzählerische Elemente, die von Sklaverei und Spirituellem handeln.

von Von Kai-Uwe Brinkmann

, 05.07.2009, 14:26 Uhr / Lesedauer: 1 min
„Balé de Rua“ fackeln ein optisch-akustisches Feuerwerk ab

Mit »The Beats From Brazil« gastiert »Balé de Rua« noch bis zum 12. Juli in Köln.

Und was reizt uns an Brasilien? Es ist die Demonstration vulkanischer Energie und Lebenslust, das heiße Blut der Samba, die ungestüme Wucht des Kampftanzes Capoeira, hier eingebunden in eine professionelle Show-Choreografie bei fliegendem Kostümwechsel. 15 Tänzer und Trommler fackelten am Samstag ein optisch-akustisches Feuerwerk ab. Maracás, Tamburins und große Fasstrommeln legen prasselnden Donner vor. Ein Dutzend Herren plus eine Dame paaren Kraft und Grazie mit Körpermusikalität.

Synchrontanz im Ensemble wechselt mit solistischen Kabinettstückchen: Flic Flac, Salto, Breakdance-Pirouetten. Oder ein Kopfstand-Kreisel, dargeboten in einem Waschzuber, den die Truppe in die Höhe reckt. Dampfer-Sirenen eröffnen eine Sequenz, die vom Sklavendasein erzählt. Ketten und Joch. Getragene Klänge illustrieren Mühsal, bis die Trommeln Fahrt aufnehmen. Im Funkenflug von Schleifmaschinen wird ein neuer Mensch geformt. Schwarz, stark, stolz. Ein Modellathlet rappt zu wuchtigen Elektrobeats. Die Capoeira, die schon im HipHop-Clip Einzug gehalten hat, ist nichts anderes als getanztes Selbstbewusstsein. Die Schlagzahl von Tanz und Perkussion ist dauerhaft hoch. So hoch, dass man gegen gewisse Abnutzungserscheinungen zu kämpfen hat. Macht nichts: Beifall im Stehen.   

 

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