Baumängel verzögern Unterricht im Anbau der Gesamtschule Bocholt

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Schlechte Nachrichten für Schüler und Lehrer der Bocholter Gesamtschule. Der neue Anbau der Schule kann zum Schuljahresstart nicht eröffnet werden. Das bestätigte Stadtbaurat Daniel Zöhler.

von Stefan Prinz

Bocholt

, 12.08.2020, 13:08 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Grund: Die 70 Türblätter des Anbaus sind bisher nicht geliefert worden. Einige von diesen Türen sind als Brandschutztüren eingeplant, sodass ohne diese Türen kein ausreichender Brandschutz sichergestellt werden kann. Außerdem konnten die Fliesenarbeiten nicht fristgerecht fertigstellt werden.

Der Bocholter Architekt Kai Roebrock erklärte im Gespräch, dass sein Büro in den vergangenen Wochen gemeinsam mit der Stadt „Druck“ gegenüber dem Lieferanten der Türen gemacht habe. Zuletzt habe sich diese Firma aber überhaupt nicht mehr gemeldet. Deshalb könne er derzeit nicht sagen, wann mit der Lieferung der Türen zu rechnen sei, sagte Roebrock verärgert.

Schwierige Kommunikation mit ausländischen Mitarbeitern

Aber auch die Fliesenarbeiten im neuen Anbau sind noch nicht fertig. „Es waren nur zwei russische Mitarbeiter vor Ort, die kein Deutsch konnten“, erläutert der Architekt. Man habe die Firma wiederholt darauf hingewiesen, dass mindestens noch ein dritter Arbeiter erforderlich sei, der der deutschen Sprache mächtig sein müsse, um die Kommunikation vor Ort zu ermöglichen und den Zeitplan einzuhalten. Aber darauf habe auch die Fliesenleger-Firma nicht reagiert.

„Die Schüler müssen nicht zurück in die Container“, versicherte Schulleiter Heinemann. Die Schulleitung habe „nach einem kurzen Schock“ innerhalb kürzester Zeit ein Konzept erarbeitet, wie die Jugendlichen vorübergehend in freien Räumen des Altbaus untergebracht werden können. In den nächsten Tagen würden dann provisorische Brandschutztüren installiert, sodass der Neubau am 24. August von den Schülern bezogen werden könne.

Türen sollen Ende September geliefert werden

Stadtbaurat Zöhler erklärte Dienstagabend, dass die fehlenden Türen nach Aussage des Lieferanten Ende September geliefert werden sollen. „Das ist ein unhaltbarer Zustand“, sagt Zöhler verärgert. Die Schulleitung habe die Situation aber sehr gut gemeistert.

Probleme mit dem Neubau gab es gleich zu Beginn: Bereits im Juni 2018 wurde zunächst von einem „schwierigen Baugrund“ gesprochen. Grundwasser musste abgesenkt werden, um den Boden zu verdichten. Im Juni 2018 wurden dann Schadstoffe im Boden gefunden, der daraufhin ausgetauscht werden musste. Damals war die Stadt aber noch zuversichtlich, dass zum Schuljahr 2019/20 unterrichtet werden könne.

Kosten sind auf 9,6 Millionen Euro gestiegen

Ab September 2018 wurde der Plan verfolgt, dass zunächst die Oberstufe in den ersten Teil des Neubaus ziehen soll. Im April 2019 war dann aber absehbar, dass auch dieser Plan nicht aufgehen wird und die Oberstufe in Container ziehen muss.

Im Neubau sollen die Oberstufe und die Neunt- und Zehntklässler unterrichtet werden. Die veranschlagten Kosten lagen zuletzt bei 9,6 Millionen Euro.

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