Behörden machen Tierversuchslabor dicht - ein Aktivist hatte sich zuvor dort eingeschlichen

Kriminalität

Der Tierversuchsanstalt LPT ist die Genehmigung entzogen worden. Zuvor hatten heimlich gemachte Bilder von schreienden Affen und blutverschmierten Hunden die Öffentlichkeit aufgeschreckt.

Neu Wulmstorf

17.01.2020, 14:55 Uhr / Lesedauer: 1 min
Behörden machen Tierversuchslabor dicht - ein Aktivist hatte sich zuvor dort eingeschlichen

Dieser Affe lebte in der nun geschlossenen Tierversuchsanstalt LPT. © pa/obs SOKO Tierschutz e.V.

Dem wegen massiver Tierschutzverstöße in die Kritik geratenen Labor „Laboratory of Pharmacology and Toxicology“ (LPT) in Neu Wulmstorf ist jetzt die Betriebsgenehmigung entzogen worden. Dies teilte der Landkreis Harburg am Freitag mit. Man habe gemäß den Regeln des Tierschutzgesetzes „mit sofortiger Wirkung die Erlaubnis der LPT am Standort in Mienenbüttel widerrufen“, hieß es.

In dem Labor hatten bereits keine Tierversuche mehr stattgefunden. Nun sei man insgesamt zu der Überzeugung gekommen, „dass die Zuverlässigkeit des Betreibers nicht mehr gegeben ist“, erklärte der Landkreis. Die „Kreiszeitung Neu Wulmstorf“ berichtete.

Ein Aktivist hatte sich eingeschlichen

Tierschützer hatten im Oktober aufgedeckt, dass in dem Labor im Ortsteil Mienenbüttel Hunde und Affen bei Versuchen misshandelt wurden. Ein Aktivist hatte sich als Mitarbeiter eingeschlichen und Aufnahmen von schreienden Affen und blutverschmierten Hunden gemacht. Die Staatsanwaltschaft Stade ermittelt wegen Verstößen gegen den Tierschutz und ließ das Labor Ende November durchsuchen.

Medienberichten zufolge hatte die Firma mit Hauptsitz in Hamburg-Neugraben ihrerseits die Schließung der Außenstelle Mienenbüttel für Ende Februar angekündigt. „Der LPT wird eine Frist von zwei Wochen eingeräumt, um alle derzeit noch in der Tierversuchsanstalt lebenden Tiere – dabei handelt es sich um 96 Hunde – an geeignete Dritte abzugeben“, teilte der Landkreis Harburg jetzt mit. 49 Katzen und 80 Hunde seien schon an Tierschutzorganisationen und Privatpersonen vermittelt worden.

RND/dpa