Bericht sorgt für Empörung: Tausende Kinder in irischen Heimen gestorben

Irland

Einem Untersuchungsbericht zufolge sind im 20. Jahrhundert rund 9.000 Kinder in irischen Heimen ums Leben gekommen. Eine Kommission untersuchte die hohe Kindersterblichkeit in insgesamt 18 Heimen.

Dublin

13.01.2021, 13:15 Uhr / Lesedauer: 1 min
„Zum Gedenke an all diejenigen, die hier begraben sind" steht an der Stelle eines Massengrabs von bis zu 800 Kindern auf dem Gelände des ehemaligen Mutter-und-Kind-Heims in Tuam im Westen Irlands geschrieben.

„Zum Gedenke an all diejenigen, die hier begraben sind“ steht an der Stelle eines Massengrabs von bis zu 800 Kindern auf dem Gelände des ehemaligen Mutter-und-Kind-Heims in Tuam im Westen Irlands geschrieben. © picture alliance/dpa/EPA

Der Untersuchungsbericht über den Tod Tausender Babys und Kinder in Mutter-Kind-Heimen sorgt in Irland für Aufsehen und Empörung. Ministerpräsident Micheal Martin wollte sich noch am Mittwoch entschuldigen, berichteten irische Medien. Am Vortag hatte Martin bereits gesagt, der jahrzehntelange Skandal sei eines der schwärzesten Kapitel in der Geschichte des Landes. Die Haltung der Gesellschaft zu Sexualität und Intimität sei in der Vergangenheit „verzerrt“ gewesen.

Der am Dienstag veröffentlichte Bericht wirft ein Schlaglicht auf die sehr katholisch geprägte Gesellschaft Irlands im 20. Jahrhunderts. Demnach starben etwa 9000 Kinder in Heimen, die von der Regierung kontrolliert und von religiösen Organisationen, oft von der katholischen Kirche, geleitet wurden. Das waren rund 15 Prozent aller Kinder in den untersuchten Heimen für unverheiratete Mütter.

Als Haupttodesursachen wurden Atemwegserkrankungen und Magen-Darm-Entzündungen festgestellt. In den Heimen lebten unverheiratete Frauen mit ihren Kindern, die von der Gesellschaft in dieser Zeit verachtet worden waren.

RND