Berlinale rollt roten Teppich aus für Promis und Politik

Eröffnung mit Juliette Binoche

Letzte Handgriffe für den Glamour sind noch nötig: Ab Donnerstagabend schreiten die Stars bei der Berlinale wieder über den roten Teppich. Wir haben uns im Vorfeld am Berlinale-Palast und rund um den Potsdamer Platz umgesehen.

BERLIN

von Von Patrick Wildermann

, 04.02.2015, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Jury-Präsident Darren Aronofsky (l-r) und die Mitglieder Martha de Laurentiis, Matthew Weiner, Claudia Llosa, Daniel Brühl, Bong Joon-ho und Audrey Tautou. Foto: Jens Kalaene

Jury-Präsident Darren Aronofsky (l-r) und die Mitglieder Martha de Laurentiis, Matthew Weiner, Claudia Llosa, Daniel Brühl, Bong Joon-ho und Audrey Tautou. Foto: Jens Kalaene

Am Potsdamer Platz, vor dem Berlinale-Palast, wird der rote Teppich verklebt, über den am Donnerstagabend Juliette Binoche als Hauptdarstellerin des Eröffnungsfilms „Nobody Wants the Night“ schreiten soll. Gegenüber hat wie jedes Jahr ein Kosmetikkonzern seine Box aufgestellt, wo auch normalsterbliche Besucher sich wie die Stars schminken lassen können.

 

Wenig Regisseurinnen 

Ein paar Schritte die Straße rauf, vor dem Hotel Ritz Carlton, an einer schneeumwehten Ecke, wird ein Zelt mit eigenem roten Teppich aufgebaut. Hauptquartier der Initiative „ProQuote Regie“, die auf die Unterrepräsentanz von Frauen im Filmgeschäft aufmerksam machen will. So ist es immer bei der Berlinale: Pomp und Politik liegen dicht beieinander.

„Manchmal denke ich, wir sind die ‚Tagesschau‘“, hat Berlinale-Direktor Dieter Kosslick in einem Interview gesagt. Weil wieder mal kaum ein Thema von Weltgewicht im Wettbewerb fehlt: Schattenseiten der Globalisierung, Flüchtlingselend, Folgen der Finanzkrise, Naturkatastrophen, Folter. Ein Beitrag wie die chilenische Dokumentation „Der Perlmuttknopf“ von Patricio Guzmán erzählt von den 3000 Chilenen, die während der Diktatur misshandelt und aus Hubschraubern ins Meer geworfen wurden. Durchaus Berlinale-typisch. 

 

Gesprächsstoff 

Kosslick ist überzeugt, dass der Film für viel Gesprächsstoff sorgen wird. Ebenso wie die vier deutschen Kandidaten natürlich, die auf der 65.Berlinale im Wettbewerb laufen. Zwei davon außer Konkurrenz.

Werner Herzog, der große Regieberserker, schickt in „Queen of the Desert“ Nicole Kidman, James Franco und Teenie-Idol Robert Pattinson auf historische Reise in den Irak und nach Jordanien. Wim Wenders erzählt in „Every Thing Will Be Fine“ von den Seelenqualen eines Schriftstellers (wiederum James Franco) – der einzige Film im Wettbewerb in 3D. Oliver Hirschbiegel spürt in „Elser“ der Geschichte eines Hitler-Attentäters nach. Und Andreas Dresen verfilmt den Outsider-Roman „Als wir träumten“ des Leipziger Wunderkindes Clemens Meyer.

 

Viele Stars

Wenn man sich dazu die Liste nur der Schauspielerinnen anschaut, die ins winterliche Berlin reisen – darunter Cate Blanchett, Natalie Portman, Charlotte Gainsbourg, Helen Mirren oder Barbara Sukowa – wird klar: zumindest für Stars braucht die Berlinale keine Quote. 

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