Berliner Polizeimitarbeiter als Fahrer von Drogentaxi erwischt

Polizei

Ein Kilo Marihuana und 2000 Euro finden Polizisten bei der Kontrolle eines Drogentaxis in Berlin. Der Fahrer ist den Beamten bekannt. Es handelt sich um einen Wachmann der Berliner Polizei.

Berlin

25.11.2020, 05:45 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bei einer Kontrolle in Berlin ging Polizisten ein Drogentaxi ins Netz. Der Fahrer arbeitete ebenfalls für die Polizei.

Bei einer Kontrolle in Berlin ging Polizisten ein Drogentaxi ins Netz. Der Fahrer arbeitete ebenfalls für die Polizei. © picture alliance/dpa

Berlin. Ein angestellter Wachmann der Berliner Polizei ist als Fahrer eines sogenannten Drogentaxis gefasst worden. Der Mann soll laut einem Bericht des „Tagesspiegels“ in dem Auto ein Kilogramm Marihuana und 2000 Euro dabei gehabt haben. Ein Polizeisprecher sagte: „Uns ist der Sachverhalt bekannt.“

Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes werde die Polizei aber keine Details und Zahlen bestätigen. Klar sei aber: „Die fristlose Entlassung wird aktuell betrieben.“ Der Mann soll laut dem Bericht in eine Fahrzeugkontrolle der Polizei im Wedding geraten sein. Dabei seien dann die Drogen gefunden worden.

Mann arbeitete beim Zentralen Objektschutz der Polizei

Der Mann, der beim sogenannten Zentralen Objektschutz der Polizei arbeitet, hatte zudem seinen Dienstausweis dabei. Die Objektschützer sind keine Polizeibeamten, stehen aber in Polizeiuniformen und bewaffnet vor Gebäuden, die besonders geschützt werden, etwa Botschaften, Synagogen oder dem Roten Rathaus. Die Ausbildung dauert nur 16 Wochen, Inhalte sind Gesetze und Schießen mit Pistole und Maschinenpistole.

Marihuana, Kokain und Ecstasy werden in Berlin seit Jahren von Kunden auch über das Internet bestellt und von Dealern in unauffälligen Kleinwagen, auch Kokstaxis genannt, ausgeliefert. Das Rauschgift wird mit Code-Bezeichnungen in Messengerdiensten wie Telegram angeboten.

Die Polizei kennt die Lieferdienste, tut sich aber schwer mit der Verfolgung. Die Server stehen im Ausland. Die Ausfahrer sind Kleindealer, die Konsumenten strafrechtlich wenig interessant und an die Hintermänner kommt man nur schwer heran.

RND/dpa