Betrug bei Ebay mit Thermomix, Fitness-Uhr & Co: Herner legen 200 Schnäppchenjäger rein

hzEbay/Quoka/Ebay Kleinanzeigen

Mit gefakten Anzeigen bei Ebay, Quoka und Ebay Kleinanzeigen haben drei Männer aus Herne mehr als 200 Schnäppchenjäger betrogen. Vor Gericht offenbarte sich ein regelrechtes Marionetten-System.

Bochum

, 17.01.2020, 18:52 Uhr / Lesedauer: 2 min

Weil sie mit Scheinangeboten im Internet mehr als 200 Schnäppchenjäger reingelegt haben sollen, müssen sich drei Männer (33,33,46) aus Herne seit Freitag in Bochum vor Gericht. Als eine Art „Marionetten“ dienten den mutmaßlichen Serienbetrügern offenbar zahlreiche Personen aus dem Trinker- und Rauschgift-Milieu.

Mehr als 250 Fälle

Laut Staatsanwaltschaft stellten die zwei Hauptangeklagten zwischen Mai 2017 und August 2018 in mehr als 250 Fällen im Internet komplette „Fake-Anzeigen“ bei Ebay, Ebay Kleinanzeigen und Quoka.de ein. Vom Thermomix, über einen Rasenmähroboter bis hin zur Luxus-Drohne. Vom Kameraobjektiv, über das Stand-Up-Paddelboard bis hin zur hochintelligenten Fitness-Uhr.

Schnäppchenjäger klickten sich bei den Verkäufern durch das Angebot, überwiesen den Kaufpreis – und schauten dann in die Röhre. Geliefert wurde nie etwas.

Mehr als 150.000 Euro Schaden - Geld in Bitcoin umgewandelt

Als Gesamtschaden ist in der Anklage von 154.249,92 Euro die Rede. Für die Angeklagten selbst sollen davon 25.000 Euro übriggeblieben sein. Das restliche Geld soll ins Ausland transferiert beziehungsweise in die digitale Währung „Bitcoin“ umgewandelt worden sein.

Als eine Art „Marionetten“ sollen von den Betrügern zahlreiche Personen aus der Trinker- und Drogenszene ausgenutzt worden sein. Einer davon ist der 46-jährige Angeklagte, der nach eigenen Angaben seit 14 Jahren drogenabhängig ist. Gegen Bargeld von bis zu 100 Euro sollen die Drogenabhängigen bei verschiedenen Banken Konten eröffnet haben, auf die dann die Kaufpreise aus den „Fake-Auktionen“ überwiesen worden sind.

Arbeitsteilung: Einer schaltete die Anzeigen, ein anderer besorgte die Identitäten

Während einer der Hauptangeklagten die Trinker und Drogenabhängigen angesprochen und das Geld von den Konten abgeräumt haben soll, kümmerte sich der andere laut Anklage vor allem um das Schalten der Kleinanzeigen, schmückte sie mit passenden Produktbildern und kommunizierte mit den Kunden.

Zum Prozessauftakt legten alle drei Angeklagten Geständnisse ab. Als Motiv war unter anderem von Spielsucht und Geldnot die Rede. Einer der Hauptangeklagten will angeblich selbst überrascht gewesen sein, „wieviel Geld da am Ende zusammengekommen ist“.

Nach Angaben seines Verteidigers hatte sich in der Trinkerszene zuletzt bereits rumgesprochen, dass man durch eine Kontoeröffnung leicht an etwas Geld kommen kann. Urteil: voraussichtlich am 4. Februar.

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