Bewährungsstrafe für sexuellen Missbrauch der eigenen Tochter

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Das Landgericht Bochum hat einen ehemaligen Busfahrer wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt. Der Mann hat die Tat bestritten. Bei ihm wurden zudem noch Kinderporno-Dateien gefunden.

Bochum

, 05.11.2020, 20:44 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein ehemaliger Busfahrer ist wegen sexuellen Missbrauchs der eigenen Tochter zu eineinhalb Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Der Vater selbst hatte einen fotografierten Übergriff bestritten – doch das Gericht glaubte uneingeschränkt der Tochter.

Die Richter der 3. Jugendschutzkammer am Bochumer Landgericht waren am Ende sicher überzeugt, dass sich der Busfahrer 2018 an seiner damals elfjährigen Tochter, die nicht in seinem Haushalt lebt, sexuell vergriffen hat. „Wir haben wirklich null Zweifel, dass es so gewesen ist, wie es das Mädchen berichtet hat, so dass sie also die ganze Zeit über die Wahrheit gesagt hat“, sagte Richter Johannes Kirfel in der Urteilsbegründung.

Bereits 2016 hatte es einen ähnlichen Übergriff des Vaters gegeben

Laut Urteil passierte der Missbrauch in den Herbstferien 2018 in einem Campingwagen. Die heute 13-Jährige hatte seinerzeit bei ihrem Vater übernachtet und sich nach eigenen Angaben schlafend gestellt. Der 42-Jährige soll seiner Tochter die Oberbekleidung hochgeschoben, sie berührt und dabei Fotos gemacht haben. Den Übergriff selbst stufte das Gericht zwar vergleichsweise als eher von unterer Intensität ein. „Aber es ist Missbrauch gewesen“, sagte Richter Johannes Kirfel.

Dass es 2016 bereits einen ähnlichen väterlichen Übergriff auf das Mädchen gegeben hat, auch daran ließ das Gericht letztlich beim Urteil keinen Zweifel aufkommen. Sehr wahrscheinlich habe der Angeklagte auch hier Handyfotos gefertigt. Aus prozessökonomischen Gründen wurde dieser Vorfall jedoch letztlich mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft beim Urteil ausgeklammert.

Der Angeklagte räumte pädophile Fantasien ein

Weil bei dem Busfahrer am 7. Dezember 2018 außerdem tausende Kinderporno-Dateien auf dem Smartphone sichergestellt werden konnten, lautet das Urteil neben sexuellen Kindesmissbrauchs auch auf Besitz kinderpornographischer Schriften.

Die Ermittler hatten auf dem beschlagnahmten Handy acht Videos und 1521 Bilder entdeckt, die fast ausnahmslos schwersten sexuellen Missbrauch an Kindern dokumentieren. Darüber hinaus, so hieß es in der Urteilsbegründung, konnte rekonstruiert werden, dass der 42-Jährige im fraglichen Zeitraum nahezu permanent mit eindeutigen Schlagworten im Internet nach neuen Kinderpornodateien gesucht hat.

Der Angeklagte hatte sich zu den Vorwürfen ausschließlich in nicht-öffentlicher Hauptverhandlung geäußert. Wie es beim Urteil hieß, hat er dabei nach anfänglichem Zögern schließlich doch pädophile Fantasien eingeräumt. Als Bewährungsauflage muss der Dattelner bei nächster Gelegenheit 150 gemeinnützige Arbeitsstunden ableisten sowie eine bereits begonnene Therapie fortsetzen und ordnungsgemäß durchführen.

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