Bleibt Dutt VfL-Trainer? Gremien vertagen Entscheidung

Krise beim VfL Bochum

Noch ist Robin Dutt Trainer des VfL Bochum. Doch der 54-Jährige hat sich am Wochenende selbst angezählt. Am Montag entscheidet das Präsidium, wie es weitergeht.

Bochum

, 26.08.2019, 09:34 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bleibt Dutt VfL-Trainer? Gremien vertagen Entscheidung

VfL-Trainer Robin Dutt zweifelt an sich selbst. © picture alliance/dpa

Das Warten geht weiter: Die Gremien des VfL Bochum haben eine Entscheidung in der Causa Robin Dutt vertagt. Am Montag soll verkündet werden, ob der 54-Jährige Cheftrainer bleiben wird oder gehen muss.

Klar ist bislang nur, dass das angekündigte Vier-Augen-Gespräch zwischen Trainer Robin Dutt und Geschäftsführer Sebastian Schindzielorz längst stattgefunden hat. Am Sonntagnachmittag kam es dann zur großen Runde mit dem Präsidium. Ein Ergebnis verkündete der Klub jedoch nicht, die Entscheidung über die Zukunft des Cheftrainers wurde auf Montag verschoben. Auch die Kluboberen waren wohl überrascht davon, dass Dutt tags zuvor so in die Offensive gegangen war, an seiner eigenen Arbeit gezweifelt und offen über einen Rücktritt nachgedacht hat.

Dutt eröffnet Trainerdiskussion selbst

Das ist deshalb so verwunderlich, weil es eine Trainerdiskussion bis dato überhaupt nicht gegeben hat. Weder ein Großteil der Fans noch die Vereinsführung haben Dutt bislang infrage gestellt. Doch das machte er jetzt selbst. Warum genau, sagte er nicht. Dutt erklärte nur, dass er den üblichen Mechanismen der Branchen zuvorkommen wolle und eigene Fehler eingestehen müsse. Tatsächlich waren seine personellen und taktischen Entscheidungen zuletzt immer wieder von fehlgeschlagenen Experimenten geprägt. Doch Dutt korrigierte sie so schnell wie möglich, war ehrlich und einsichtig.

Dass er nach dem verpatzten Saisonstart vermutlich nur einen Weckruf geplant hatte, dieser dann aber eine Eigendynamik annahm, ist nicht unwahrscheinlich. Denn am Sonntag ruderte der 54-Jährige schon wieder leicht zurück. "Manche Dinge werden im Fußball zu spät angesprochen. Ich möchte das frühzeitig tun, damit es noch Lösungen geben kann", sagte er im TV-Interview bei Sky. Damit könnten zum Beispiel weitere Transfers gemeint sein. Auch die Unruhe innerhalb der Kabine gehört zu den Problemen. Dass es gewaltig knirscht beim VfL, bestätigte Torhüter Manuel Riemann in einem Interview nach der Partie. Öffentlich kritisierte er die Haltung einiger Mitspieler, „die einiges zu locker nehmen und andere anmeckern, wenn man was sagt.“ Gegen diese Nachlässigkeiten scheint Dutt vergeblich anzukämpfen.

Vereinsführung entscheidet

Ob eine Rückkehr auf die Trainerbank deshalb noch denkbar ist, ließ Dutt offen. Die Entscheidung liegt auch nicht allein in seinen Händen. Klar ist jedenfalls: Einen geschwächten Chefcoach kann der Verein nicht gebrauchen. Das sagte Robin Dutt noch am Samstag höchstselbst.

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