Boxer mit ALS ist auf der Suche nach dem kleinen Glück

Berlinale: Lüdia-Film

Ein Boxer, der sich als Geldeintreiber und Trainer mehr schlecht als recht über Wasser hält und an der Nervenkrankheit ALS erkrankt -- das ist "Herbert" in dem gleichnamigen Film von Thomas Stuber, der auch mit Clemens Meyer das Drehbuch schrieb. Der großartige Peter Kurth (Foto) spielt die Hauptrolle mit so viel Intensität, das "Herbert" in an eine Doku erinnert, mit der Qualität und Spannung eines Spielfilms. Beim26. Lüner Kinofest wählte das Publikum den Film zum Gewinner der Lüdia.

16.02.2016, 15:56 Uhr / Lesedauer: 1 min
Peter Kurth spielt im Film "Herbert" den Boxer.

Peter Kurth spielt im Film "Herbert" den Boxer.

Bevor "Herbert" am 17. März bundesweit in die Kinos kommt, sahen ihn die Gäste des Kinofest-Empfangs bei der Berlinale in den Hackeschen Höfen am Montagabend. "Bravo"-Rufe gab es ebenso wie viele sprachlos berührte Zuschauer. Regisseur Stuber, Hauptdarstellerin Lina Wendel und Produzentin Undine Filter nahmen viele Glückwünsche entgegen.

In Leipzig gedreht

Peter Kurth, der den Film in Lünen vorstellte, dreht derzeit wieder und konnte nicht nach Berlin kommen. Ihn hätte Stuber gerne für seinen neuen Film "In den Gängen", die Verfilmung einer Geschichte von Clemens Meyer.  

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Auch dieser Kinofilm wird, wie auch "Herbert" wieder in Stubers Heimatstadt Leipzig gedreht. "Wir wollen universelle Geschichten, die überall verstanden werden, aber die wollen wir in Leipzig drehen", so Stuber.

Kurth hat sich ein halbes Jahr auf seine Rolle als ALS-Kranker vorbereitet, die er eindringlich glaubhaft spielt. Geholfen hat ihm dabei der Schweizer Harry Koeppel, der an ALS leidet, und sowohl Regisseur als auch Hauptdarsteller "in sein Leben ließ". Stuber und Meyer wollten keinen Film über ALS drehen, sondern einen über die Suche nach dem kleinen Glück. Auf die Idee mit "Herbert" kamen sie durch Produzentin Undine Filter.

Für Lina Wendel, die Herberts Freundin spielt, war beim Lesen des Drehbuchs "sofort klar, dass ich diese Rolle spielen wollte." Solche Sternstunden habe man selten.

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