Brandschutzmängel: Euregio-Gymnasium in Bocholt droht der Abriss

hzEuregio-Gymnasium

Das Euregio-Gymnasium in Bocholt wurde wegen massiver Brandschutzmämgel geschlossen. Die Stadt hält jetzt einen Abriss für wahrscheinlich. Die Mängel im zentralen Gebäudeteil sind am schwersten.

von Stefan Prinz und Jochen Krühler

Bocholt

, 26.06.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dem Hauptgebäude des Bocholter Euregio-Gymnasiums droht nach dem Bekanntwerden von gravierenden Brandschutzmängeln der Abriss: „Für das Hauptgebäude sieht es ganz schlecht aus“, erklärte Stadtbaurat Daniel Zöhler am Donnerstag im Gespräch mit unserer Zeitung.

Das bedeutet: Ein Nachrüsten der notwendigen Brandschutzmaßnahmen steht nach derzeitigem Sachstand nicht im Verhältnis zum Wert des rund 50 Jahre alten Gebäudes. Im diesem Hauptgebäude sind unter anderem mehrere Klassenräume untergebracht, Fachräume für Biologie und die Verwaltung. Außerdem sind Lehrerräume, Mensa und Aula betroffen.

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Wie der Verlust dieser Räume ausgeglichen werden kann, ist derzeit noch offen, schreibt Schulleiter Christoph Schultheiß Donnerstag in einer E-Mail an die Eltern seiner Schüler. Darin lässt Schultheiß zwar offen, ob abgerissen oder saniert werden soll. Aber: Im Rathaus stehen die Zeichen auf Abriss. „Die Entscheidung fällt nächste Woche, damit wir Schülern, Lehrern und Eltern schnell sagen können, wie es nach den Ferien weitergeht“, so Zöhler. Er hält aber derzeit den Abriss des Hauptgebäudes für die wahrscheinlichste Möglichkeit: „Es sieht ganz danach aus“, betont der Stadtbaurat.

Schwerste Mängel am zentralen Gebäudeteil der Schule

Die Schule bestehe aus vier unterschiedlichen Bauteilen. Die schwersten Mängel seien in dem zentralen Teil des Gebäudes festgestellt worden, in dem der Eingangsbereich, die Aula, die Verwaltung und die Räume der Naturwissenschaften liegen. „Dieser Bereich entspricht überhaupt nicht den Brandschutzbestimmungen“, sagt Schulleiter Schultheiß auf BBV-Anfrage.

Weniger betroffen seien die restlichen Bereiche, die mit „deutlich weniger Aufwand“ in einen einwandfreien Zustand zu setzen seien. Bei diesen weniger betroffenen Bereichen gehe es unter anderem darum, Fluchtwege korrekt einzurichten. „Das ist relativ schnell umzusetzen“, sagt Schultheiß. „Ein Großteil der Klassenräume ist mit großer Wahrscheinlichkeit am Ende der Sommerferien wieder zu benutzen.“ Stadtbaurat Zöhler schränkt ein: „Das hängt davon ab, welche Firmen und Bauteile wir auf die Schnelle bekommen. Wir tun unser Bestes.“

Vorbereitungen für Lösung nach den Ferien laufen

In der Stadtverwaltung laufen bereits die Vorbereitungen zur Beschaffung „mobiler Raumlösungen“ – also von Containern, in denen zumindest ein Teil der Schüler unterrichtet werden kann. Bürgermeister Peter Nebelo (SPD) sagte unserer Zeitung, dass die Stadt vorsorglich schon einmal Container für die Zeit nach den Sommerferien bestellen werde.

Die schweren Brandschutzmängel am Euregio-Gymnasium sind aufgefallen, weil einige Türen kaputt waren und neu beschafft werden mussten. Daher bestanden schon seit letztem Jahr Pläne, im Innenbereich der Schule die alten Türen zu erneuern und moderne Brandschutztüren einzubauen. Diese Baumaßnahme machte die Erstellung eines Brandschutzkonzeptes für das ganze Gebäude erforderlich. So etwas existierte bisher noch nicht.

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