Brüder schießen Döner-Imbiss-Betreiber ins Bein – 31-Jähriger überlebt nur durch Glück

hzLandgericht Bochum

Drei Brüder sollen einem 31-jährigen Imbiss-Betreiber nachts in Herne aufgelauert und ins Bein geschossen haben. Der Mann überlebte nur durch Glück. Hintergrund war wohl ein Streit um Geld.

Bochum, Herne

, 17.02.2020, 18:02 Uhr / Lesedauer: 1 min

Vor sechs Monaten, am 28. August, wurde ein 31-jähriger Imbissbetreiber in Herne nachts auf offener Straße angeschossen. Der Mann wurde am Bein getrof­fen, musste notoperiert werden und geht bis heute an Krücken. Seit Montag (17.2.) stehen mit drei Brüdern (39/46/49) die mutmaßlichen Täter vor Gericht.

Erst fiel ein Schuss, dann kam es zu tu­multartigen Szenen: Es war schon spät, als sich die Ereignisse in einem Wendehammer einer kleinen Straße im Herner Stadtteil Horst­hausen plötzlich überschlagen hatten. Laut An­klage hatten die drei Brüder dem späteren Opfer gezielt aufgelauert. Hintergrund soll ein Streit um offene Geldschulden gewesen sein. Angeblich sollen der älteste Angeklagte und das spätere Opfer zuvor ge­meinsam einen Döner-Imbiss betrieben haben.

Oberschenkelknochen zersplitterte

Am fraglichen Abend soll einer der Brüder plötzlich eine Schusswaffe hervorgezogen, auf den früheren Geschäfts­partner gezielt und einen Schuss in dessen Bein abge­feuert haben - so dass dabei laut Anklage der Oberschenkelknochen des 31-Jährigen regelrecht „zersplitterte“.

Der niedergeschossene Mann war mit einem Rettungs­wagen in ein Krankenhaus gefahren und noch in der Nacht operiert wor­den. Wäre die Kugel in die nur wenige Zentimeter daneben gelegene Körper­schlagader eingeschlagen, so die Anklageschrift, wäre der 31-Jäh­rige wohl binnen kürzester Zeit verblu­tet.

Nach anfänglicher Flucht hatte sich einer der drei angeklagten Brüder noch in der Tatnacht um 3.30 Uhr auf der Herner Polizeiwache gestellt. Die Staatsanwaltschaft hatte zu­nächst Anklage wegen versuchten Totschlags erhoben.

Verurteilung wegen Tötungsdelikt möglich

Da das Bochumer Schwurge­richt jedoch bei einer Vor­abprüfung keine ausreichen­den Hinweise auf das Vorlie­gen eines Tötungsvorsatzes gesehen hatte, läuft das Verfahren vorerst „nur“ mit dem Vorwurf: „Gefährliche Körperverletzung“. Richter Volker Talarowski stellte zu Prozessbeginn aber bereits klar, dass eine mögliche Verurteilung wegen eines versuchten Tötungsdelikts immer noch möglich ist.

Zwei von drei Brüdern sitzen seit knapp sechs Monaten in Untersuchungs-Haft. Das Urteil wird voraussichtlich frühestens am 23. März fallen.

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