„Brüno“ mit Sacha Baron Cohen

Satirische Komödie

Der Kinofilm "Brüno" markiert die Rückkehr des Kamikaze-Komikers Sacha Baron Cohen. Satirische Funken sprühen von der Leinwand. Wer schon "Borat" zum Schreien fand, der kommt hier vollends auf seine Kosten.

von Von Kai-Uwe Brinkmann

, 06.07.2009, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
„Brüno“ mit Sacha Baron Cohen

Sacha Baron Cohen als schwuler "Brüno" im Latex-Kostüm. Foto: Universal

Wie dreist ist Cohen dieses Mal? Sein alter ego, Brüno aus Klagenfurt, versucht, einen US-Politiker im Hotelzimmer zu kompromittieren. Im Adamskostüm belästigt der „Süße“ campierende Jäger. Er bringt den Chef arabischer Selbstmordbrigaden auf die Palme, orthodoxe Juden in Rage und sich selbst in Gefahr: Wann verpasst ihm jemand die fällige Gesichtspolitur? Schwul unter Soldaten, als reuiger Homo in der Beratung eines Predigers: Es gibt viel zu lachen. Auch wenn Cohen die Masche, Kamera-versessene Gesprächspartner böse zu überrumpeln, seit der „Ali G.-Show“ beibehalten hat.

In „Brüno“ macht er sich über Schwule lustig, kolportiert bizarrste Klischees, seift aber auch die Schwulenhasser ein. Manches ist einfach nur Radauhumor, Popo-Gags, die grölende Pennäler in der Pause erzählen. Hinter den Entgleisungen steckt noch eine Sinnebene, nach der man nicht tief buddeln muss, die aber satirische Funken garantiert: Cohen nimmt sich den Zirkus der Promis zur Brust, den Jahrmarkt der Eitelkeit samt medialer Begleitmusik. Wie komme ich in die Schlagzeilen? Brüno adoptiert ein schwarzes Kind! Den Knirps holt er aus einer Kiste am Gepäckband des Airports. Entgeisterte Gesichter ringsum... Der Schweinigel ist lustig, der Wadenbeißer großer Tiere ist der bessere Cohen. Wer schon bei „Borat“ wieherte, kommt hier auf seine Kosten. Cohens Ruhm steht der Guerilla-Filmerei in den USA aber zusehends im Wege. – Wie bekannt und geschätzt er schon ist? Achten Sie auf die Musiker, die mit Cohen im Abspann singen!

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