Bunte Rebellen im Advent

Kunst- und Klassikhöhepunkte im Dezember

In den Konzertsälen wird es richtig weihnachtlich und in den Museen bunt und rebellisch. Aber es gibt auch noch andere sinfonische und künstlerische Höhepunkte. Dies sind die ganz persönlichen Klassik- und Kunst-Tipps der Kulturredaktion für Dezember.

DORTMUND

, 30.11.2016, 15:17 Uhr / Lesedauer: 2 min
Eine Nana von Niki de Saint Phalle: „Lili ou Tony“ (Ausschnitt) von 1965

Eine Nana von Niki de Saint Phalle: „Lili ou Tony“ (Ausschnitt) von 1965

Klassik

  • Mit Vladimir Jurowski ist am 18.12. ein spannender junger Dirigent im Konzerthaus Dortmund zu Gast. Mit 35 Jahren wurde er 2007 Nachfolger von Kurt Masur beim London Philharmonic Orchestra und ist seitdem dessen Chefdirigent. Das Orchester dirigiert er in Dortmund in Rachmaninows erster Sinfonie, in der Walzer-Fantasie von Glinka und im ersten Klavierkonzert von Chopin. Der Solist ist auch ein Jungstar, der 21-jährige Jan Lisiecki.
  • Und noch ein Pultstar, eine "Legende des Taktstocks": Leonard Bernstein kann nur noch auf der Leinwand dirigieren, aber das im XXL-Format. Am 5.12. kann man den Maestro mit den Wiener Philharmonikern in Bruckners neunter Sinfonie im "Konzertkino" im Konzerthaus Dortmund genau beobachten.
  • Wer es weihnachtlich mag, kann sich entscheiden zwischen klassisch (Bachs Weihnachtsoratorium 1-3 mit dem Jugendchor der Chorakademie und den Bochumer Symphonikern am 19.12.) oder poppig (Angelo Kelly mit Familie in einer irischen Weihnacht am 13.12.).
  • Ab dem ersten Weihnachtsfeiertag wird es dann bis einschließlich Silvester "Höchste Zeit" für Gerburg Jahnkes Fortsetzung vom Publikumsrenner "Heißen Zeiten".
  • In der Philharmonie Essen geben weihnachtliche Klänge und große Stimmen im Dezember den Ton an. Bariton Thomas Hampson singt am 7.12. nicht "Silent night", sondern "Silent noon" - Lieder von Beethoven bis Collins Foster.
  • Und am 20.12. stellt Bariton Thomas Quasthoff "Mein Weihnachten" vor. Singen will er ja nicht mehr, bei Jazz (mit einem Trio) macht er eine Ausnahme.
  • Auch in Essen kann man das Weihnachtsoratorium von Bach, Kantaten 1-3, hören: Für Kinder (26.12., 14 Uhr) und zum Mitsingen (26.12., 18 Uhr).
  • Traditionelle Weihnachtslieder erklingen am 20.12. von Essener Chören und Orchester, wenn Marie-Luise Marjan Weihnachtsgeschichten liest.
  • Und den Klassiker "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" gibt es am 30. und 31.12. als Märchenfilm, begleitet vom Filmorchester Babelsberg.
  • Im neuen Bochumer Musikzentrum sind alle großen Konzerte im Dezember ausverkauft, es gibt aber noch Karten für den Kammermusikabend mit dem 24 Jahre jungen Pianisten Kit Armstrong und einem Streichquartett der Bochumer Symphoniker am 11. und das Familienkonzert "Nussknacker und Mäusekönig" am 18.

Kunst

  • Bunt wird es ab dem 10. 12. im Museum Ostwall im Dortmunder U: "Ich bin eine Kämpferin. Frauenbilder der Niki de Saint Phalle" (bis 23.4.2017) zeigt mit mehr als 100 Werken die Entwicklung von frühen Familienbildern über Assemblagen und Schießbildern bis hin zu den lebensfroh-bunten Nana-Figuren, mit denen die franko-amerikanische Künstlerin in den 1960er-Jahren berühmt wurde.
  • Bereits einen Tag zuvor (9.12.) beginnt im Essener Folkwang-Museum die Fotoschau "Das rebellische Bild" (bis 19.2.2017). Ausgehend von der Berliner "Werkstatt für Photographie", 1976 in Berlin als künstlerische "Luftbrücke" in die USA gegründet, und der jungen Essener Szene präsentiert die Ausstellung ein wichtiges Kapitel der deutschen Geschichte für Fotografie - jenseits der Erfolgsgeschichte der Düsseldorfer Schule. Diese Essener Fotografie setzte sich mit Urbanität und Jugendkultur auseinander, entdeckte die Farbe als künstlerische Ausdrucksweise und stellte der objektivierenden Distanz der Düsseldorfer Schule einen forschenden, subjektiven Blick entgegen.
  • "Lieblingsorte - Künstlerkolonien" heißt eine neue Schau im Gustav-Lübcke-Museum in Hamm. Sieben Kolonien - von Worpswede bis Hiddensee - werden anhand der Werke von rund 40 Malern ab dem 18.12. präsentiert. Voraussetzung für alle Koloniegründungen war übrigens die Erfindung der Farbtube. Ohne dieses Hilfsmittel hätten die Freilichtmaler nicht mit ihren Staffeleien über Land ziehen können. Die Überblicksschau läuft bis zum 21.5.2017.
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