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Das Blut wird knapp

CASTROP-RAUXEL Die Blutvorräte werden knapp - das Deutsche Rote Kreuz (DRK) wird nicht müde, das zu betonen. Krankenhäuser können keine Großvorräte anlegen. In Hagen liegen nur 7500 Konserven. Aber macht sich dieser Mangel wirklich bemerkbar?

von Von Julia Grunschel

, 14.02.2008

Die Nachfrage passte gestern Morgen im Evangelischen Krankenhaus wie die Faust aufs Auge. "Bei uns läuft gerade eine schwierige Operation, für die wir kurzfristig größere Mengen Blut nachbestellt haben", erzählt Verwaltungsdirektor Wilfried Diekmann.

Das Blut, das Dr. Martin Montag, Abteilungsleiter der Anästhesie, bei der Blutbank in Hagen angefordert hat, kommt in Notfällen wie dem gestrigen per Kurier. "Bisher haben wir alles immer sofort bekommen", weiß Wilfried Diekmann. Pro Jahr braucht das EvK etwa 1000 KonservenVersorgung ist schwieriger geworden In der letzten Zeit sei die Versorgung mit Konserven aber grundsätzlich schwieriger geworden. Große Vorräte könnten im eigenen Depot nicht mehr angelegt werden.

Den Grund dafür kennt Hans-Joachim Schindler, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit beim DRK-Blutspendezentrum Hagen: Der Blutkonservenvorrat ist zurzeit sehr niedrig. 7500 waren es am Dienstag. Dass das viel zu wenig ist, um von einem sicheren Bestand zu sprechen, macht Hans-Joachim Schindler umgehend deutlich: "Wenn wir mit 10 000 bis 12 000 Konserven in ein neues Jahr starten, dann sind wir auf der sicheren Seite. Aber davon sind wir zurzeit weit entfernt."Keine Spendenbereitschaft vorhanden

In seinem Bezirk beobachtet das DRK-Blutspendezentrum Hagen einen deutlichen Rückgang der Spendenbereitschaft. Hier in Castrop-Rauxel zählte das DRK im Jahr 2006 noch 3165 einzelne Blutspenden. Im vergangenen Jahr waren es nur noch 2851. "Es ist nicht so, dass die Spenderzahl an sich abgenommen hat", betont Hans-Joachim Schindler.

Aber die Spender würden einfach nicht mehr so oft kommen, wie sie das in der Vergangenheit taten. So darf ein Spender pro Jahr drei bis vier Mal Blut spenden. Ausgeschöpft würde diese Möglichkeit aber nicht. "Viele kommen nur ein oder höchstens zwei Mal zu uns", weiß der Leiter der Öffentlichkeitsarbeit."Etwa 70 Prozent der Erstspender kommen nicht wieder"

Bemerkbar mache sich zudem der Generationenwechsel. Prinzipiell sei die junge Generation im Alter von 18 bis 24 Jahren gut vertreten. "Aber leider bleibt die Spende oft nur eine einmalige Sache. Etwa 70 Prozent der Erstspender kommen nicht wieder", so Schindler.

Die Blutgruppe, die am meisten gefragt ist, ist Null negativ, da sie mit allen anderen Gruppen kompatibel ist. "Das heißt aber nicht, dass wir Spender mit anderen Blutgruppen weniger bräuchten. Für uns ist jede einzelne Spende sehr wichtig", wirbt Hans-Joachim Schindler.

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