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Familienzwist vor Gericht ausgetragen

CASTROP-RAUXEL Eigentlich wollten sie nur einen Pokerkoffer abholen, den der Sohn dem Bruder geliehen hatte. Doch weil er befürchtete, dass dies nicht problemlos über die Bühne gehen würde, hatte der Vater den Sohn begleitet. Denn die Familie lebt nicht mehr zusammen: Die Eltern sind geschieden, die drei Kinder verteilt. Der zuständige Richter äußerte Unverständnis.

von Von Gabriele Regener

, 15.02.2008
Familienzwist vor Gericht ausgetragen

Der Richter brach die Verhandlung mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft ab.

Vereint waren sie zwangsweise jetzt im Gerichtssaal. Denn der Vater, der mit dem Sohn zusammen in einem Haushalt lebt, hat, so die Anklage, den anderen Sohn, der bei der Ex-Frau lebt, geschlagen. Aufs Kinn. Anlass für den 19-Jährigen, gegen den Vater Anzeige zu erstatten.

Anlass wiederum für Amtsrichter Schwarz, sein Unverständnis zu äußern, dass Gerichte mit derartigen Familienzwisten überhaupt beansprucht werden. Denn die Ursache für die Streitereien sind sicher vielschichtiger, der Kinnhaken ein Ausbruch der Gefühle. Denn der Vater bestritt dies gar nicht und traf beim Richter auf Verständnis, dass ihn die Umstände einfach in Rage gebracht hätten.Im Hausflur sei es dann passiert Er habe mit dem Sohn reden wollen, sei aber der Wohnung verwiesen worden, schilderte der 43-Jährige vor Gericht. Daher habe er das Gespräch mit den 19-Jährigen im Hausflur führen wollen und den Sohn, der nicht mitkommen wollte, dorthin gezogen. Und da sei es dann passiert.

Nach Anhörung des Sohnes, der Anzeige gegen den Vater erstattet hatte, brach der Richter die Verhandlung mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft ab und stellte das Verfahren nach Paragraf 153 ein. Der Angeklagte muss nun eine Geldbuße von 400 Euro an die Staatskasse zahlen. Auf Schmerzensgeld hat der Sohn, der seit dem Vorfall im letzten Herbst keinen Kontakt zum Vater mehr hatte, verzichtet.

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