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"Ich erwarte keine Vergebung"

21.02.2008

Castrop-Rauxel "Das war nicht ich. Das Ergebnis ist schlimm. Ich erwarte keine Vergebung." Im Prozess um den versuchten Raubmord vor der Spielbank Hohensyburg (wir berichteten) meldete sich gestern erstmals der Angeklagte zu Wort.

Der Familienvater hatte im Juli 2007 einen 76-jährigen Rentner aus Castrop-Rauxel überfallen. Zweimal hatte er auf den Senior eingestochen, Lunge und Hals wurden getroffen. Beute hat der 37-Jährige jedoch nicht gemacht. Er griff zwar in die Tasche des Rentners, fand aber die 46 000 Euro nicht, die der Zocker dabei hatte.

Es waren Geldsorgen, die den Angeklagten zu der Verzweiflungstat trieben. Jahrelang hatte er sein Geld als Maurer verdient. Doch dann brachen Aufträge weg, andere wurden nicht bezahlt. Außerdem schlitterte er immer tiefer in die Spielerszene. Er traf sich in Dortmunder Kneipen zu illegalen Würfelspielen, verlor mehrere zehntausend Euro am Roulette-Tisch. In den letzten acht Monaten vor der Bluttat war er allein 99 Mal in der Hohensyburg. Wie viel Geld er verloren hat, weiß er gar nicht mehr. "Vielleicht 60 000 Euro", sagte er vor dem Schwurgericht.

Den Castroper-Rauxeler Rentner hatte er beim Roulette beobachtet. "Der hat immer gewonnen", sagte er den Richtern. "Der Croupier war schon sauer." Warum er ihm gefolgt ist? "Ich wollte ihn eigentlich nur fragen, wie er das gemacht hat. Und mir etwas Geld leihen." Doch dann sei alles ganz schnell gegangen. An den Messer-Angriff will sich der 37-Jährige aber nicht erinnern können. Der Prozess wird fortgesetzt. jh

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