Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Kraftwerk Herne: BUND klagt trotz Planungsstopp

CASTROP-RAUXEL Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Zwar hat Evonik die Pläne für den geplanten Block 5 des Steinkohlekrafterks in Herne auf Eis gelegt (RN berichteten), doch hat der NRW-Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) jetzt beim Oberverwaltungsgericht NRW in Münster Klage gegen die immissionsschutzrechtliche Anlagengenehmigung eingelegt.

von Ruhr Nachrichten

, 21.02.2008
Kraftwerk Herne: BUND klagt trotz Planungsstopp

Zwar hat Evonik die Pläne für den geplanten Block 5 des Steinkohlekraftwerks in Herne auf Eis gelegt doch hat der BUND jetzt beim Oberverwaltungsgericht NRW in Münster Klage eingelegt.

"Unklar bleibt, ob dies nur ein Trick von Evonik ist, oder das Projekt endgültig gestorben ist", sagt Paul Kröfges, Landesvorsitzender des BUND. In enger Abstimmung mit den örtlichen BUND-Gruppen wurde deshalb beantragt, den Ende Dezember 2007 von der Bezirksregierung Arnsberg erlassenen Vorbescheid aufzuheben.

Der BUND befürchtet, dass sich der Kraftwerksbauer alle Optionen offen halten will, das Projekt "mit der Genehmigung in der Tasche" zu einem späteren Zeitpunkt doch noch "durch die Hintertür" zu realisieren. Die Unwirksamkeit des immissionsschutzrechtlichen Vorbescheids soll daher im gerichtlichen Verfahren verbindlich geklärt werden. Deshalb hält der BUND an der Klage fest und hat das OVG über seine anwaltliche Vertretung, die Rechtanwaltskanzlei Philipp-Gerlach & Teßmer aus Frankfurt, gebeten, die Evonik Steag GmbH aufzufordern, sich zu erklären, ob sie die Realisierung des Vorhabens endgültig aufgegeben hat.Erhöhung um 3,7 Mio. Tonnen Kohlendioxid-Emissionen

Das neue Kraftwerk würde zu einer Erhöhung der jährlichen Kohlendioxid-Emissionen um etwa 3,7 Millionen Tonnen führen. Im Gegenzug für die Inbetriebnahme des 700 MW-Kraftwerkblocks war lediglich die Stilllegung einer Altanlage mit einer Leistung von 150 MW geplant worden.

Dazu würde nach Darstellung des BUND ein solches Steinkohlekraftwerk jährlich etwa 300 Tonnen gefährlicher Feinstaub-Partikel und einen Giftcocktail aus Quecksilber, Blei, Arsen, Cadmium und anderen Schwermetallen ausstoßen.

 

Lesen Sie jetzt