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Kratzen, schlagen und Haare ziehen

CASTROP-RAUXEL Sie müssen aufeinander losgegangen sein wie die Furien. In jener Sommernacht im vergangenen Juni. Schauplatz war eine Gastwirtschaft. Die Akteure: die Wirtin und ihre Gäste - allesamt weiblich. Heute trafen sich die Damen vor dem Amtsgericht wieder - die Versöhnung hatte schon vorher auf dem Flur stattgefunden.

von Von Gabriele Regener

, 29.02.2008
Kratzen, schlagen und Haare ziehen

Amtsrichter Schwarz machte kurzen Prozess und stellte das Verfahren mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft ein.

Denn zur Tatzeit war noch jemand anders beteiligt: der Alkohol. Und das war wohl der Grund, warum sich die Damen zu vorgerückter Stunde so kampflustig gezeigt hatten.

Zwei Freundinnen hatten den Abend bei einer privaten kleinen Feier begonnen und sich dort auch schon zugeprostet: mit Korn und Fanta. Weil ihnen der Sinn nach einem "Absacker" stand, suchten sie nach Mitternacht noch die besagte Gastwirtschaft auf. Für ein paar Bierchen.

Zungen gelöst und unschönen Worten Platz gemacht

Die müssen wohl die Zunge gelöst und unschönen Worten den Weg frei gemacht haben. Denn aufgrund von Beleidigungen will die Wirtin eine der Freundinnen aufgefordert haben, die Gaststätte zu verlassen. Als sich daraufhin die zweite einmischte und nach dem Grund fragte, fackelte die Wirtin nicht lange. Sie kam um den Tresen herum, langte zu und streckte ihren Gast sofort zu Boden. Dann setzte sie sich rittlings drauf. Was die 42-jährige Unterlegene jedoch nicht daran hinderte, sich kräftig zu wehren. Mit Kratzen, Schlagen und Haareziehen.

Durcheinander war später perfekt

Als sich dann auch noch eine dritte Frau einmischte um die beiden Kämpferinnen zu trennen und dann selbst kräftig einsteckte sowie austeilte, war das Durcheinander perfekt. Aber noch längst nicht zuende. Die Frauen wechselten lediglich den Schauplatz und prügelten sich draußen vor der Tür weiter. Die eigentliche Auslöserin der Kämpfe hatte sich im Gegensatz zu ihrer engagierten Freundin aus dem Handgemenge herausgehalten. Sich die Ohren zugehalten und später die Flucht ergriffen.

So konnte sie auch gestern im Zeugenstand wenig zur Aufklärung beitragen. Auch die übrigen Aussagen blieben eher schwammig. Fakt ist, dass alle Beteiligten Blessuren davon getragen haben. Doch die sind mittlerweile verheilt, die Haare nachgewachsen und die Feindschaft begraben.

Amtsrichter Schwarz machte daher kurzen Prozess und stellte das Verfahren mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft ein.

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